von Thomas Rünker

Neuer „Stolperstein“ in Oberhausen: Erinnerung an Kaplan Matthias Mertens

Vor der Kirche St. Josef erinnert nun ein „Stolperstein“ an Kaplan Matthias Mertens. Künstler Gunter Demnig hat ihn dort am Dienstag verlegt. Mertens galt als Gegner der Nationalsozialisten und war 1942 ins KZ Dachau deportiert worden. Unter der Überschrift ‎„Kaplan Mertens – Standhaft in bewegter Zeit“ zeigt die Kirche noch bis zum 1. März eine Gedenkausstellung über den Seelsorger.

Zur Erinnerung an den Oberhausener Kaplan Matthias Mertens hat der Künstler Gunter Demnig am Dienstag, 10. Februar 2026, vor der Kirche St. Josef in Oberhausen-Schmachtendorf einen seiner künstlerisch gestalteten „Stolpersteine“ verlegt. Mertens war 1942 von den Nationalsozialisten in das Konzentrationslager Dachau deportiert worden. Zahlreiche Oberhausenerinnen und Oberhausener, Gemeindemitglieder und Angehörige nahmen an der Zeremonie teil. Pastor Andreas Rose segnete den Stein im Pflaster vor der Kirche. Neben Werner Nakot, dem ersten Bürgermeister Oberhausens, erinnerte auch Thorsten Engler, Vorsitzender des Fördervereins St. Josef Schmachtendorf, an Mertens.

Der 1906 in Straelen geborene und 1932 zum Priester geweihte Mertens war bereits 1935 in Kleve-Materborn mit den Nationalsozialisten in Konflikt geraten. Damals hatte er in seinen Predigten den Münsteraner Bischof Clemens August Graf von Galen verteidigt. Zu seinem eigenen Schutz versetzte von Galen Mertens daraufhin nach Oberhausen. Auch dort wandte sich der Priester mehrfach öffentlichkeitswirksam gegen die Nationalsozialisten. Im Sommer 1941 verlas er Predigten von Galens, mit denen der Bischof die Machthaber kritisierte. Anfang 1942 wurde Mertens verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Angesichts des Vorrückens US-amerikanischer Truppen wurde er dort am 9. April 1945 entlassen. Er kehrte zunächst nach Oberhausen zurück und trat seinen Dienst in St. Josef wieder an. Angesichts der durch die Jahre im Konzentrationslager stark angegriffenen Gesundheit musste er jedoch mehrfach für längere Zeit in Kliniken behandelt werden. Später arbeitete er zunächst als Krankenhausseelsorger in Recklinghausen, bevor er dann als Seelsorger an seine alte Schule, das Collegium Augustinianum in Gaesdonck, versetzt wurde.

Am 1. Februar 1970 stirbt Matthias Mertens, doch in Oberhausen-Schmachtendorf ist er unvergessen. Bereits seit 1986 heißt die Straße gleich neben der Kirche „Kaplan-Mertens-Weg“. Nun erinnert unmittelbar vor der Kirche der „Stolperstein“ an den Seelsorger – und noch bis zum 1. März zeigt die Kirche St. Josef eine Gedenkausstellung: „Kaplan Mertens – Standhaft in bewegter Zeit“, heißt die Schau, die auf 26 Rollups, mit Akten und weiteren Exponaten das Leben des Priesters nachzeichnet. Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis samstags, 9 bis 17 Uhr, sonntags 12.30 bis 15 Uhr.

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