von Thomas Rünker

Mit Staubsauger und Orgel: In Mülheim erleben KiTa-Kinder Kirchenmusik hautnah

Wie funktioniert eine Kirchenorgel? In der Mülheimer Pfarrei St. Barbara gehen Kita-Kinder dieser Frage gemeinsam mit Kirchenmusiker Burkard Kölsch spielerisch auf den Grund – mit überraschenden Klängen und viel Neugier.

Für den ersten Klang in der Kirche St. Barbara sorgt an diesem Morgen der Staubsauger. Kirchenmusiker Burkard Kölsch hat ihn eingeschaltet, um den sieben KiTa-Kindern, denen er heute die große Kirchenorgel zeigt, die Bedeutung der Luft für dieses Instrument zu verdeutlichen. „Wind!“, ruft Jana auf Kölschs Frage, wie man den Luftstrom nennt, der in der Orgel für Musik sorgt. In der Theorie sind die „Maxi-Kinder“ der Mülheimer KiTa St. Barbara schon kleine Orgel-Profis, schließlich dreht sich bei ihnen in der „Orgelkids-Woche“ seit Montag gerade ziemlich viel um die „Königin der Instrumente“. Isabella weiß deshalb auch gleich, warum trotz eingeschaltetem Orgel-Motor und gedrückter Taste am Spieltisch nichts zu hören ist: Kölsch habe „die Fernbedienung“ vergessen, ruft das Mädchen. So hat der Musiker den Kindern die vielen Knöpfe links und rechts von seinem Arbeitsplatz erklärt, mit denen er die verschiedenen Register der Orgel steuert.

Kölsch startet mit Klängen, die die Kinder vielleicht kennen, spielt ein paar Töne von „Frère Jacques“ mit dem Register „Blockflöte“, wechselt dann zur Klangfarbe „Trompete“. Dann drückt er das Register „Posaune“ – und wieder passiert nichts, egal welche Taste er bewegt. Diesmal hat Eric die richtige Idee und tippt mit dem Fuß an ein Pedal, prompt erklingt ein Ton, der an tatsächlich an das Blasinstrument erinnert. „Die kleinen Pfeifen geben ganz hohe Töne ab – und die langen ganz tiefe. Schaut mal auf die Pfeifen in der ersten Reihe, die sind sogar länger als ich.“ Kölsch lässt tiefe „Prinzipal“-Töne erklingen. „Wenn ich diese Pfeifen anspiele, klingt das am Anfang, als wenn gleich ein Löwe brüllt.“ Aber es geht noch tiefer: Beim „Subbass“ spüren die Kinder, wie der Boden zittert, und es klingt „als wenn gleich ein Flugzeug startet“, beschreibt es Kölsch.

Kinder können in die versteckten Ecken der Orgel schauen

Die Kinder sind sichtlich beeindruckt. Und sie machen noch größere Augen, als Kölsch nach und nach die Klappen der Orgel öffnet: Die Kinder sehen die dünnen Holzstränge, die den Impuls von der gedrückten Taste am Spieltisch bis zur richtigen Pfeife in der Orgel übertragen und so dafür sorgen, dass das entsprechende Ventil geöffnet wird und der „Wind“ einströmen kann. Schließlich öffnet Kölsch auch die Seitentür des hölzernen Bauwerks und lässt die Kinder ins Innere der Orgel schauen: „Boah!“

Warum beschäftigt sich die KiTa mit der Kirchenorgel?

In der „Orgelkids-Woche“ der KiTa St. Barbara ist der Ausflug zur Kirchenorgel nur einer von fünf spannenden Projekttagen für die KiTa-Kinder, die im Sommer in die Grundschule wechseln. Der Höhepunkt wird am Freitagmittag ein kleines Konzert für ihre Eltern sein: Dann darf jedes Kind selbst einen kleinen Teil eines Orgelstücks spielen, das Kölsch bis dahin mit ihnen eingeübt hat.

Für den Kirchenmusiker, der bislang zweimal wöchentlich mit seiner Gitarre in der katholischen KiTa zu Gast ist, ist die „Orgelkids-Woche“ ein neues Projekt. Entstanden ist es in Zusammenarbeit mit Anna Grundmeier, die sich als Referentin in der Abteilung Liturgie und Glaubenskommunikation des Bistums Essen um die Förderung des kirchenmusikalischen Nachwuchses kümmert. Beobachtet man die „Maxi-Kinder“ an der Orgel von St. Barbara, wird klar: Damit kann man tatsächlich schon im KiTa-Alter beginnen.

Ansprechpartnerin

Referentin für kirchenmusikalische Nachwuchsförderung

Anna Grundmeier

Zwölfling 16
45127 Essen

Pressestelle Bistum Essen

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