von Jens Albers

Liturgiewissenschaftler Bärsch‎ geht in den Ruhestand

Nach 46 Semestern Lehr- und Forschungstätigkeit wurde Prof. Dr. Jürgen Bärsch, ‎Priester des Bistums Essen und ausgewiesener Experte für Liturgiegeschichte, mit ‎einer bewegenden Abschiedsvorlesung an der KU Eichstätt verabschiedet. Seine ‎wissenschaftliche Arbeit ist eng mit seiner Heimat im Ruhrgebiet verbunden.‎

Mit einer eindrucksvollen Abschiedsvorlesung verabschiedete sich Prof. Dr. Jürgen Bärsch nach über zwei Jahrzehnten an der Theologischen Fakultät der KU Eichstätt-Ingolstadt in den Ruhestand. Bärsche hatte 46 Semester an der Fakultät gefoscht und gelehrt. Im Mittelpunkt stand dabei seine große Leidenschaft: die Liturgiegeschichte.

Bärsch stammt aus Oberhausen und wurde 1986 zum Priester des Bistums Essen geweiht. Als Kaplan war er zunächst in Bochum tätig, später engagierte er sich viele Jahre lang auch wissenschaftlich für sein Heimatbistum – unter anderem als Direktor des Instituts für kirchengeschichtliche Forschung des Bistums Essen von 2002 bis 2018. Auch seine Promotion zur Liturgie im Stift Essen zeigt die enge Verbindung zur Region.

„Du hast der Liturgiewissenschaft und unserer Fakultät sehr viel gegeben“, würdigte Dekanin Prof. Dr. Katharina Karl den scheidenden Kollegen – und nannte den Abschied in Anlehnung an Bärschs Fach ein „Schwellenfest“. In seiner Absschiedsvorlesung betonte Bärsch die Bedeutung seines Fachs: Liturgiegeschichte mache Erneuerung möglich, eröffne neue Perspektiven auf Kirche und helfe, Wandel besser zu verstehen. Auch heutige Krisen wie die Corona-Pandemie ließen sich im Spiegel der Geschichte neu deuten.

Bärsch lehrte seit 2003 als Professor in Eichstätt. Seine Forschung widmete sich vor allem der Liturgiegeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit, insbesondere der Erforschung des sogenannten „liber ordinarius“, ein liturgischer Buchtyp, der den hoch- und spätmittelalterlichen Gottesdienst ähnlich einer Regieanweisung beschreibt. Darüber hinaus beschäftigt sich der Theologe vertieft mit ortskirchlichen Liturgie- und Frömmigkeitstraditionen, der Geschichte der Ritualien und der ortskirchlichen Rezeption der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils. Er war Mitglied zahlreicher kirchlicher und wissenschaftlicher Gremien.

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