von Sandra Gerke

Kurz vor dem Tod noch viel zu sagen

Die krebskranke Podcasterin Franziska Knost (41) im Interview mit dem Bistumsmagazin BENE

Ihre Stimme klingt warm und cool zugleich. Dass man Franziska Knost einfach gerne zuhört, hat die 41-Jährige zu ihrem Beruf gemacht. Sie hat als professionelle Sprecherin gearbeitet, Werbungen, TV- und Radiobeiträge vertont. Und sie ist die Stimme von „Etwas Gutes für mich“, eines vom Bistum Essen entwickelten Angebots für Alexa, den digitalen Sprachassistenten. Nun hat Franziska Knost einen sehr persönlichen Podcast herausgebracht: „Sick of it – Statements einer Sterbenden.“ Der an Krebs erkrankten Mutter eines 14-jährigen Jungen bleibt nicht mehr viel Zeit.

In der neuen Ausgabe des Essener Magazins BENE spricht Franziska Knost über das, was sie am Ende ihres Lebens beschäftigt. Eben auch über ihren Podcast, der ab sofort auf allen gängigen Podcast-Plattformen und in der ARD Audiothek verfügbar ist. „Das ist ein echtes Herzensprojekt von mir. Natürlich ist diese Produktion zeitweise anstrengend. Aber ich fühle mich immer wieder auch sehr gut. Ich möchte nicht einfach dasitzen und warten“, erklärt Franziska Knost, die seit ihrem 20. Lebensjahr mit verschiedenen Krebsarten zu kämpfen hat.

Ist Gesundheit wirklich das Wichtigste?

Eines ihrer Themen ist die Diskriminierung. „Menschen mit einer chronischen Erkrankung oder Behinderung kennen das: Andere sprechen einem – unter dem Deckmantel der Fürsorge – ganze Lebensbereiche ab. Als bei mir der Wunsch aufkam, Mutter zu werden, habe ich zu hören bekommen: ,Als kranke Frau? Das ist ja völlig unverantwortlich!‘ Oder im Beruf: ,Sag das hier am besten nicht öffentlich, dass du krank bist. Sonst traut man dir bestimmte Jobs nicht zu oder hat Sorge, dass man dich überbelasten würde.‘ Das hat natürlich auch negativen Einfluss auf die eigene Selbstwirksamkeit. Man traut sich selbst nicht so viel zu“, führt sie vor Augen.

Knost möchte deutlich machen, „wie oft man andere ausschließt oder ihnen das Gefühl gibt, weniger wert zu sein – ohne es zu wollen“. Zum Beispiel mit dem Satz „Gesundheit ist doch das Wichtigste“.

Der offene Umgang mit dem Thema Sterben im Podcast helfe ihren Freunden und ihrer Familie, meint Knost und nennt als Beispiel ihren 14-Jährigen Sohn: „Wenn ich manchmal gezweifelt habe, weil das Projekt so viel Kraft gekostet hat, meinte er: ,Das schaffst du, mach weiter!‘ Ich glaube, er weiß: Der Podcast wird noch mal sehr wichtig werden für ihn.“

Franziska Knost ist zwar christlich aufgewachsen und noch Kirchenmitglied. „Aber aktiv Platz in meinem Leben hat das nicht“, bekennt sie. Was glaubt sie, kommt nach Tod? „Die Gedanken schwanken zwischen zwei Extremen“, so ihre Antwort. „Da ist einmal die Vorstellung: ,Da ist nichts.‘ Was mir total Angst machen würde. Und die Vorstellung: ,Da ist eine liebende Kraft, bei der ich gut aufgehoben bin. Und die mich wieder zusammenführt mit den Liebsten, die ich schon verloren habe.‘“

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