Klaudia Rudersdorf ist neue Bundesvorsitzende von Kolping Deutschland
Der Kolping-Bundesvorstand mit der neuen Bundesvorsitzenden Klaudia Rudersdorf (mitte), ihrer Stellvertreterin Michaela Brönner und ihrem Stellvertreter Sven-Marco Meng. Foto: Kolpingwerk
Die Essenerin Klaudia Rudersdorf ist neue Vorsitzende von Kolping Deutschland. Die Bundesversammlung des rund 200.000-Mitglieder starken katholischen Sozialverbands wählte Rudersdorf am Wochenende zur neuen Bundesvorsitzenden. Bislang hatte sich die Vorsitzende des Diözesanrats der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen bei Kolping bereits als stellvertretende Bundesvorsitzende engagiert.
Rudersdorf bringt langjährige Erfahrung in der verbandlichen Arbeit und im ehrenamtlichen Engagement mit. In ihrer Antrittsrede betonte sie: „Kolping steht für Gemeinschaft, Verantwortung und gelebten Glauben. Diese Werte tragen uns auch in herausfordernden Zeiten. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit vielen Engagierten die Zukunft unseres Verbandes weiterzugestalten – im Geist Adolph Kolpings und mit Mut zu neuen Wegen.“ Als stellvertretende Bundesvorsitzende wurden Michaela Brönner und Sven-Marco Meng gewählt. Zum neuen Bundespräses wählte die Versammlung Pastor Sebastian Schulz, der derzeit noch als Präses des Kolping-Diözesanverbands Paderborn tätig ist. Als Geistliche Leiterin wurde Maria Adams bestätigt.
AfD-Unvereinbarkeitsbeschluss
Neben den Personalentscheidungen verabschiedete die Bundesversammlung eine Satzungsänderung, die es dem Verband künftig ermöglicht, Mitglieder der AfD auszuschließen. Durch Änderung der Satzung sei zukünftig der Ausschluss von Mitgliedern möglich, wenn sie in Wort und Tat zum Ausdruck brächten, dass sie an Überzeugungen festhalten, die mit den Werten von Kolping Deutschland unvereinbar seien oder dem von der Bundesversammlung beschlossenen Leitbild widersprächen. „Wer die Würde des Menschen und die Grundwerte des Evangeliums ernst nimmt, kann keine Politik unterstützen, die ausgrenzt, spaltet und Angst schürt,“ erklärte die scheidende Bundesvorsitzende von Kolping Deutschland, Ursula Groden-Kranich.
Widerspruch zu katholischer Soziallehre
In der Begründung des Antrags heißt es, zahlreiche AfD-Positionen stünden im Widerspruch zu den Grundprinzipien der katholischen Soziallehre, zur Würde des Menschen und zu der zukunftsorientierten, weltoffenen Haltung des Verbandes. Mit dem Beschluss verpflichtet Kolping Deutschland seine Mitglieder zur Klarheit: Wer Mitglied in der AfD ist, kann nicht zugleich Mitglied bei Kolping Deutschland oder einer seiner Gliederungen bleiben.
Die Deutsche Bischofskonferenz hatte im Februar 2024 rechtsextreme Parteien als für Christen nicht wählbar bezeichnet. Jede Form von völkischem Nationalismus sei unvereinbar mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild. Insbesondere in der AfD dominiere inzwischen eine „völkisch-nationalistische Gesinnung“. Wer rechtsextreme Parolen verbreite, vor allem Rassismus und Antisemitismus, könne in der Kirche weder haupt- noch ehrenamtlich mitarbeiten.