Kirchenglocken läuten zum Abendgebet

Bistum Essen

Katholische und evangelische Gemeinden in Essen, Mülheim, Gladbeck und Schwelm übernehmen Idee aus St. Pankratius in Oberhausen-Osterfeld und laden jeden Abend dazu ein, eine Kerze zu entzünden und ein Vaterunser zu beten. St. Lamberti in Gladbeck verteilt sogar Kerzen.

In ökumenischer Verbundenheit rufen in Essen der katholische Stadtdechant Jürgen Schmidt und die evangelische Superintendentin Marion Greve zu einem täglichen Zeichen der Solidarität und Ermutigung auf. Wie in der Oberhausener Pfarrei St. Pankratius sollen die Menschen auch in Essen täglich um 19 Uhr eine Kerze entzünden, ins Fenster stellen und ein Vaterunser sprechen. Dazu sollen möglichst alle Kirchenglocken der Stadt läuten.

„Wir freuen uns sehr über diese Initiative, die bereits von einer Oberhausener Pfarrei mit großem Zuspruch praktiziert wird und der sich auch andere Gemeinden im Ruhrgebiet anschließen wollen“, erklären Greve und Schmidt in ihrem gemeinsamen Aufruf. „Vielleicht kann dieses Symbol der Solidarität helfen, in Zeiten der Angst und Unsicherheit den Mut und die Zuversicht nicht zu verlieren“, schreiben die beiden Essener Seelsorger. Unter anderem haben sich auch die Propsteikirchen St. Marien in Schwelm und St. Lamberti in Gladbeck der Aktion bereits angeschlossen. St. Lamberti verteilt zudem am Samstag, 21. März, sowohl in Gladbeck-Mitte (Vorplatz der St. Lamberti-Kirche an der Horster Straße) als auch in Brauck (Parkplatz des REWE-Marktes Dick, Horster Straße 320) in der Zeit von 10 bis 12 Uhr kostenlos Kerzen für die Aktion. In Mülheim starten evangelische und katholische Christen zudem täglich um 19.30 Uhr mit dem Geläut aller Kirchen eine Gebetskette mit Lichtern in den Fenstern und einem Vaterunser auf den Lippen.

Auch Michael Dörnemann, Pastoraldezernent im Bistum Essen, freut sich über die wachsende Gebetskette, die sich nun jeden Abend versammelt. „Jede und jeder für sich beten doch alle gemeinsam und miteinander verbunden“, sagt Dörnemann. „Wie schön wäre es, wenn noch viele andere christliche Gemeinden diese Idee aufgreifen und von nun an Abend für Abend mit Glocken, Kerzen und Gebet einen Beitrag gegen Sorgen, Angst und Trübsinn in unserer Gesellschaft leisten.“

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