Kirche querdenken im Gründerbüro des Bistums Essen

Beim ersten Barcamp des Gründerbüros im „Impact Hub Ruhr“ haben sich Leute mit Entdeckergeist vernetzt, um neue Ideen für die Kirche voranzutreiben.

Neue Ideen entwickeln, querdenken, sich vernetzen, improvisieren, aus Fehlern lernen – das Gründerbüro des Bistums Essen orientiert sich stark an innovativen und kreativen Methoden aus der Wirtschaft. Deshalb war das Gründerbüro am Freitagabend, 8. November 2019, mit seinem ersten Barcamp zu Gast im „Impact Hub Ruhr“ am Essener Hauptbahnhof, um hier nach innovativen Ideen für die Kirche zu suchen. „Impact Hub“ ist eine weltweit agierende Plattform für Menschen, die unternehmerisch, gemeinnützig und „um die Ecke“ denken und arbeiten.

Ein Barcamp ist eine Veranstaltungsform ohne feste Tagesordnung; in mehreren „Sessions“ wird besprochen, was den Besuchern auf den Nägeln brennt. Der Industrie-Charme der Räume des „Impact Hub Ruhr“ mit seiner Beton-Optik und den Metall-ummantelten Versorgungsleitungen sorgte mit dafür, dass die Anwesenden über Kirchenthemen „outside the box“ nachdenken konnten.

An Ideen mangelte es den gut 30 Teilnehmern am Barcamp des Gründerbüros kaum: als Kirche im Stadtteil mitmischen, Kirchengebäude als größten Raum im Viertel beleben, Menschen miteinander in Kontakt bringen, neue Medien-Formate ausprobieren und aus der Zeit gefallene Kirchensprache ausmerzen. Allerdings, so der Tenor in den „Sessions“, fehlen den Aktiven und Ideengebern oft Mitdenker, Netzwerke, Wissens-Plattformen und auch Fördermittel, um Projekte voranzutreiben. Experimentierfelder dafür will künftig nun das Gründerbüro anbieten.

„‘Wir haben das immer schon so gemacht‘ ist heute kein Argument mehr. Wir brauchen in der Kirche Mut, viel Neues zu probieren und auch mal Fehler zu machen“, sagt Mira Wählisch, Leiterin des Gründerbüros, das als eines von 20 Projekten aus dem Zukunftsbild-Prozess des Bistums Essen hervorgegangen ist. Ihre Kollegin Marlies Hennen-Nöhre bringt es auf den Punkt: „Lieber nachher um Vergebung als vorher um Erlaubnis bitten.“ Benedikt Brester, Mitbegründer des „Impact Hub Ruhr“ und Moderator des Barcamps, fasst zusammen, was die Kirche sich vom Hub abschauen kann: „Die eigenen Zielgruppen befragen und nutzerzentriert arbeiten, anstatt alles schon vorher zu wissen.“

Nach dem Barcamp ist vor dem Thinktank: zu vier solcher Denkfabriken will das Gründerbüro im Jahr 2020 einladen, um einzelne Projekte voranzutreiben. Auf Facebook haben die Aktiven sich vernetzt in einer öffentlichen „Gründerbüro-Gruppe“, um Ideen auszutauschen und Projekte im Blick zu behalten. Und ein ganz analoger, handfester Stammtisch in Essen soll künftig mit dafür sorgen, dass die Aktiven in entspannter Runde ihre Ideen weiterspinnen können.

Leiterin des Zukunftsbild-Projekts Gründerbüro

Mira Wählisch


Leiterin des Zukunftsbild-Projekts Gründerbüro

Marlies Hennen-Nöhre


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