Karneval und Kirche - eine heilige Allianz

Die „fünfte Jahreszeit“ geht in die heiße Phase. Die Narren und Närrinnen an Rhein und Ruhr übernehmen in den Tagen vor der 40-tägigen Fastenzeit feucht-fröhlich schunkelnd die Herrschaft. Ausgelassenes Treiben aller Orten. Denn: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei, ... Von all deinen Küssen darf ich nichts mehr wissen. Wie schön es auch sei, dann ist alles vorbei.“ hat Jupp Schmitz schon 1953 im Kölner Karneval gesungen. Und damit, bewusst oder unbewusst, die Verbindung zwischen Karneval und Kirche hergestellt. Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Entsagung folgt auf Lebensfreude.

Kirche und Karneval gehören zusammen

"Karneval“ kommt aus dem italienischen und bedeutet soviel wie „Fleisch lebe wohl“

Karnevalsmessen mit Büttenpredigern

An Aschermittwoch beginnt die katholische Fastenzeit, eine Zeit 40-tägiger Abstinenz, in Erinnerung an die 40 Tage Jesu in der Wüste. In Deutschland hat sich seit dem 16. Jahrhundert als Kontrastprogramm dazu das närrische Treiben mit Völlerei und Ausschweifungen entwickelt. Einerseits, um sich von der Zeit des weltlichen Überflusses gebührend zu verabschieden; andererseits hatte es aber auch ganz praktische Gründe: vor dem Fasten mussten leicht verderbliche Nahrungsmittel wie Fleisch und Eier aufgegessen werden, da sie sonst verderben würden.

Der Begriff „Karneval“ hat sich dabei wahrscheinlich aus dem italienischen „carne vale“, was „Fleisch lebe wohl“ bedeutet, herausgebildet. Mit Tanz und Umzügen, Verkleidungen und närrischen Reden setzt der Karnevalist dabei die bestehende Ordnung außer Kraft und nimmt sie mit einem Augenzwinkern aufs Korn. Ein „Elferrat“ übernimmt dabei die Macht, symbolisiert durch die Übergabe des Rathausschlüssels in Narren-Hände.

Vor dem närrischen Treiben sind auch katholische Amtsträger nicht gefeit. So ist der Kölner Pfarrer Thomas Frings dieses Jahr als Sitzungspräsident im Kölner Karneval aktiv, andere Priester geben in Karnevalsmessen den Büttenprediger. Und die Karnevalswagen fahren auch gesegnet durch die Straßen der Stadt.

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