von Thomas Rünker

Hochkarätig besetzte Tagung diskutiert über den Nahen Osten

Diplomaten warben auf der Tagung in der Bistumsakademie „Die Wolsburg“ für ein stärkeres deutsches Engagement in der Region.

So hochkarätig besetzt wie selten zuvor war das 22. Mülheimer Nahostgespräch, zu dem sich am Freitag und Samstag zahlreiche Expertinnen und Experten sowie weitere Interessierte in der Bistumsakademie „Die Wolfsburg“ getroffen haben. Inhallich standen in diesem Jahr vor allem der Irak und die Levante, also die Länder an der Ostküste des Mittelmeers, im Fokus. Unter anderem folgende Referentinnen und Referenten teilten ihre Einschätzungen zur Lage der Region mit den Tagungsgästen:

  • der Chef der Münchener Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen,
  • der Fachmann für islamistischen Terror von der Stiftung Wissenschaft und Politik, Guido Steinberg,
  • die Syrien-Expertin Kristin Helberg,
  • der Islamwissenschaftler Udo Steinbach
  • die Leiterin der Nahostabteilung von Malteser International, Janine Lietmeyer.

Der digital zugeschaltete Diplomat Heusgen, früherer Sicherheitsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, warf dabei ein recht pessimistisches Bild auf die Region, deren Länder aus ganz unterschiedlichen Gründen politisch instabil blieben. Zugleich warb Heusgen für ein starkes deutsches Engagement in der Region, da sich Krisen im Nahen Osten wie Flüchtlingsbewegungen oder Energiefragen auch auf Deutschland und Europa auswirkten. Deutschland habe im Nahen Osten einen guten Ruf. Zudem würden die USA ihr Engagement in der Region zurückfahren. Heusgen sprach sich für die Wiederbelebung des Nahost-Quartetts aus, das in den vergangenen Jahren immer wieder diplomatische Initiativen für eine Befriedung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern gestartet hatte.

Für ein starkes deutsches Engagement hat auf der Tagung auch der irakische Botschafter in Deutschland, Lukman Abdulraheem A. Al-Faily geworben. In seinem Vortrag äußerte er sich ausgesprochen klar und ehrlich über die Verhältnisse in seiner Heimat. Deutschland sei im Irak eine echte Marke so Al-Faily.

Gemeinsam geleitet wurde die Tagung von „Wolfsburg“-Dozent Jens Oboth, Christine Baade von der Konrad-Adenauer-Stiftung und Henz-Gerhard Justenhoven vom Hamburger Institut für Theologie und Frieden.

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