von Thomas Rünker

Grüner Tag 2026 in der „Wolfsburg“: Kommunen und Partner treiben Klimaschutz im Ruhrgebiet voran

Beim Vernetzungstreffen „Grüner Tag 2026“ in der Mülheimer Bistumsakademie „Die Wolfsburg“ haben Vertreterinnen und Vertreter aus Duisburg, Mülheim, Kirche, NRW.Bank und Zivilgesellschaft über Wege zur ökologischen Transformation im Ruhrgebiet diskutiert – vor allem mit Blick auf die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030.

Die ökologische Transformation des Ruhrgebiets stand jetzt im Mittelpunkt des Regionalen Vernetzungstreffens „Grüner Tag 2026“. Zu diesem Austausch haben sich am Montag 2. Februar, Menschen aus den Stadtverwaltungen und der Zivilgesellschaft aus Duisburg und Mülheim mit Vertreterinnen und Vertretern zahlreicher anderer Organisationen sowie dem Rat für Ökologie und Nachhaltigkeit im Bistum Essen in der Mülheimer Bistumsakademie „Die Wolfsburg“ getroffen.

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck erinnerte daran, dass zum Erreichen der 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen nur noch vier Jahre Zeit bleiben. „Dieser globale Auftrag entscheidet sich maßgeblich vor Ort“, betonte Overbeck. So komme beispielsweise in der Stadtentwicklung der kommunalen Ebene eine große Bedeutung zu. „Der Ausspruch ,global denken, lokal handeln‘ für eine nachhaltige Zukunft wird in den Städten Duisburg und Mülheim an der Ruhr konkret.“ Dass ein Wandel im Ruhrgebiet möglich ist hätten die vergangenen Jahrzehnte des Strukturwandels in der Region gezeigt. Overbeck nannte den „Grünen Tag“ in der Allianz mit vielen Kooperationspartnern „ein hoffnungsvolles Zeichen, das zeigt, dass wir die Herausforderungen der ökologischen Transformation nicht alleine angehen und wir gemeinsam gegen das törichte Kleinreden oder Leugnen des Klimawandels stehen.“

Breiter Schulterschluss für die ökologische Transformation der Region

Moderiert von „Wolfsburg“-Dozent Mark Radtke zeigte sich beim „Grünen Tag 2026“ ein breiter Schulterschluss der Bistumsakademie mit den Kooperationspartnern: Rat für Ökologie und Nachhaltigkeit des Bischofs von Essen, NRW.BANK, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Umweltdezernate und Wirtschaftsförderungen der Städte Mülheim an der Ruhr und Duisburg, Mehr Demokratie e.V., Centrum für Bürgerliches ‎Engagement e.V. und Freiwilligenagentur Duisburg.

Auch Peter Stemper, Mitglied im Vorstand der NRW.Bank verwies in seinem Impulsvortrag auf die vielfältigen Erfahrungen im Ruhrgebiet: „Wer Strukturwandel kann, sollte auch ökologische Transformation können.“ Der Klimawandel betreffe die Menschen in der Region unmittelbar, sagte Stemper der im Vorstand der Förderbank federführend das Thema Nachhaltigkeit betreut. „Die Auswirkungen sind bei uns jetzt schon greif- und erfahrbar, auch wenn sie in anderen Teilen der Erde noch viel deutlicher und drastischer zum Vorschein kommen.“ Stemper warb dafür, Ökologie und Ökonomie zusammen zu denken. Er verwies darauf, dass aus dem 5,3 Milliarden Euro umfassenden Investitionsvolumen der NRW.BANK für Infrastruktur und Kommunen zum Ende des dritten Quartals 2025 rund ein Drittel für Projekte der Energiewende und des Umweltschutzes freigegeben wurden. Im Vergleich zum Vorjahr hätten sich die Investitionen der NRW.BANK für diesen Bereich damit um 85 Prozent gesteigert. Unter anderem hat die NRW.Bank die Renaturierung der Emscher maßgeblich mitfinanziert. „Klimaschutz stärkt Wirtschaftsstandorte“, hob Stemper hervor. Damit sei Ökologie mehr als ein rein „grünes Thema“. Zudem wachse der gesamte Markt rund um Klimaschutz jährlich um 10 Prozent. 

Beim Abschlusspodium des „Grünen Tags“ betonte Felix Blasch, Beigeordneter des Dezernats für Umwelt, Klima, Bauen, Stadtplanung und Wirtschaftsförderung der Stadt Mülheim, dass Ökologie – trotz der gesunkenen Priorität etwa auf der Bundesebene – für Mülheim weiterhin einen hohen Stellenwert habe. Kai Lipsius, Leiter der Stabsstelle Klimaschutz der Stadt Duisburg hob hervor, dass die CO2-Neutralität für Duisburg weiter handlungsleitend bleibe, „auch wenn die langsame Transformationsgeschwindigkeit herausfordernd ist“. Niklas Becker, Nachhaltigkeitsexperte bei Duisburg Business & Innovation, verwies auf große Potenziale in der Kreislaufwirtschaft für die Region. Speziell Duisburg besitze hierfür durch die gewachsene Industrie eine optimale Infrastruktur.

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