von Thomas Rünker

Gelsenkirchener Gemeinde nutzt Kirche gemeinsam mit rumänisch-orthodoxen Christen 

Neue ökumenische Partnerschaft in St. Clemens-Maria-Hofbauer. Win-win-Situation ermöglicht katholischer Pfarrei den Erhalt und die weitere Nutzung der Kirche und der orthodoxen Gemeinde einen Gottesdienststandort. 

Unweit der Schalke-Arena starten katholische und orthodoxe Christen im Gelsenkirchener Stadtteil Beckhausen eine neue ökumenische Gotteshausgemeinschaft. Die Pfarrei St. Hippolytus und die neu errichtete rumänisch-orthodoxe Gemeinde Geburt des Hl. Johannes des Täufers werden die katholische Kirchen St. Clemens-Maria-Hofbauer künftig gemeinsam nutzen. Nach der Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung feiert die orthodoxe Gemeinde am Samstagabend, 18. Dezember, dort ihren ersten Gottesdienst. 

Aus Sicht der Pfarrei ist die gemeinsame Nutzung der Kirche eine Win-Win-Situation: Die katholische Kirche wird erhalten und weiter für Gottesdienste genutzt – und die rumänisch-orthodoxe Gemeinde hat einen Ort für ihre Gottesdienste und muss nicht selbst eine Kirche bauen. 

Erste Gespräche bereits im Oktober 2020

Erste Gespräche zwischen den beiden Partnern hatten bereits im Oktober 2020 begonnen, nachdem die rumänisch-orthodoxe Gemeinde über den Gelsenkirchener Stadtdechanten Markus Pottbäcker mit ihrer Idee einer gemeinsamen Kirchennutzung an die Pfarrei St. Hippolytus herangetreten war. In Zusammenarbeit mit den Fachleuten im Bischöflichen Generalvikariat konnte ein gemeinsames Nutzungskonzept für Kirche erarbeitet werden, von dem nun alle Beteiligten profitieren. Auch der Pfarrgemeinderat der Pfarrei St. Hippolytus sowie interessierte Pfarreimitglieder wurden in die Überlegungen eingebunden, schließlich hat der Kirchenvorstand der Mit-Nutzung durch die rumänisch-orthodoxe Gemeinde zugestimmt. 

Auch andere christliche Gemeinden nutzen Kirchen gemeinsam

Die ökumenische Nutzung von Kirchen ist ein wesentlicher Teil des katholischen Kirchenrechts, und zwar in beide Richtungen: Katholische Gläubige feiern Gottesdienste in Kirchen anderer Konfessionen – und stellen ihre Kirchen anderen Konfessionen zu Verfügung. Partnerschaften, die Bischof Franz-Josef Overbeck ausdrücklich begrüßt. Im Bistum Essen wird dies bereits an vielen Stellen praktiziert: So feiern zum Beispiel die katholischen Pfarreien St. Pankratius in Oberhausen und St. Dionysius seit der Aufgabe ihrer Kirchen in Oberhausen-Borbeck und Essen-Vogelheim einige ihrer Messen auch in benachbarten evangelischen Gotteshäusern. Und für rumänisch-orthodoxe Gemeinden im Ruhrgebiet ist ein katholisches Umfeld ohnehin nichts Neues: Auch die beiden schon länger existierenden Gemeinden in Bochum-Dahlhausen und Duisburg beten in katholischen Kirchen.

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