von Thomas Rünker

Ostern als Wendepunkt gegen die „große Müdigkeit“

In seiner Predigt am Ostersonntag im Essener Dom beschreibt Weihbischof Ludger Schepers gesellschaftliche Krisen – und stellt ihnen die Hoffnung von Ostern als Antwort auf Angst und Resignation entgegen.

Der Essener Weihbischof Ludger Schepers hat in seiner Osterpredigt zu mehr Hoffnung, Freude und einem veränderten Blick auf Krisen aufgerufen. Ostern sei keine bloße Symbolik, sondern eine reale Kraft, die das Leben der Menschen grundlegend verwandle. Im Gottesdienst am Ostersonntag, 5. April 2026, im Essener Dom beschrieb Schepers die Gegenwart als Zeit „großer Müdigkeit“. Viele Menschen richteten ihren Blick vor allem auf Probleme – in Gesellschaft und Kirche. Dies gleiche den Frauen am Grab Jesu, die zunächst nur den Tod gesehen hätten. „Ihr Blick war auf die Konservierung des Vergangenen gerichtet, nicht auf die ‎Revolution der Zukunft.‎“ Ihre Frage „Wer wälzt uns den Stein weg?“ stehe für die Angst vor Ohnmacht.

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Dem stellte der Weihbischof die österliche Botschaft entgegen: Gott sei ein „Gott der Umwandlung“, der aus Zerbrochenem Neues entstehen lasse. Sichtbar werde dies zum Beispiel an den großen, Jahrhunderte alten Kunstschätzen im Essener Domschatz: So verbinde das Otto-Mathilden-Kreuz das Leiden Jesu mit „dem Glanz der Auferstehung“, während die Goldene Madonna mit Jesuskind und (Reichs-)Apfel für die Verwandlung von Schuld in neues Leben stehe.

„Ostern ist kein ,Als-ob‘“

Schepers betonte die zentrale Bedeutung der Auferstehung: Ostern sei kein „Als-ob“, sondern Grundlage des Glaubens und ein „Evolutionssprung“, der dem Leben ein neues Fundament gebe. Für den Alltag bedeute Ostern, „in einer zynischen Welt an die Güte zu glauben“, anderen Menschen mit Würde zu begegnen und Hoffnung auszustrahlen.

Mit Blick auf die Kirche wandte sich Schepers gegen Resignation: Die Kirche lebe nicht aus Strukturen, sondern aus der Liebe Gottes. Christinnen und Christen seien aufgerufen, diese Hoffnung in die Welt zu tragen – als „Zeugen der Freude“ und „Boten einer Liebe, die niemals aufhört“.

Die Predigt von Weihbischof Schepers im Wortlaut

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