von Thomas Rünker

Gedenkstein für die Opfer sexueller Gewalt enthüllt

Mahnmal entstand auf private Initiative eines Mitglieds des Betroffenenbeirats im Bistum Essen. Der Stein soll zunächst in Bottrop, dann in Essen und später in bayerischen Orten aufgestellt werden – überall dort, wo der Priester Peter H. tätig war, der in mehreren Gemeinden Kinder missbraucht hat.

In einer Gedenkstunde an der Bottroper Pfarrkirche St. Cyriakus hat der Bottroper Markus Elstner am Donnerstagabend einen Gedenkstein für die Opfer sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche enthüllt. „Wer das Schweigen bricht … bricht die Macht der Täter“, lautet die zentrale Inschrift des Mahnmals, das in den kommenden Wochen neben der Innenstadtkirche stehen wird. Er habe den Stein „für alle Betroffenen von sexuellem Missbrauch aufgestellt, die nicht selbst über ihr Leid sprechen können“, sagte Elstner, der auch Mitglied des Betroffenenbeirats im Bistum Essen ist. Er war als Kind von dem katholischen Priester Peter H. missbraucht worden, der zunächst in Bottrop, dann in Essen und später in mehreren bayerischen Gemeinden tätig war und dort weitere Missbrauchstaten begangen hat.

„Ich will zeigen, dass alles in Bottrop begann“, betonte Elstner. Von dort aus soll der Stein in den kommenden Wochen und Monaten zunächst nach Essen und dann weiter nach Bayern reisen und überall dort aufgestellt werden, wo H. tätig war. Wilfried Fesselmann, ein weiterer Betroffener von H. aus der Gemeinde St. Andreas in Essen-Rüttenscheid, enthüllte gemeinsam mit Elstner, die steinerne Skulptur. Er freut sich, dass der Stein auch in seiner ehemaligen Gemeinde Menschen auf das Missbrauchs-Thema aufmerksam machen wird. Es sei gut, dass der Stein nun auf die Reise gehe, „das ist seit zwei Jahren ein Herzensprojekt von Markus Elstner.“

Für die Stadt Bottrop dankte Bürgermeister Klaus Strehl (SPD) Elstner für sein Engagement. Der Stein solle „ein Stein des Anstoßes sein“ und dazu anregen, „sich gezielt mit dem Thema sexueller Missbrauch auseinanderzusetzen“. Zu Elstner gewandt betonte er: „Es braucht Menschen, die ihre Geschichte erzählen und sich für ihre Mitmenschen einsetzen.“

Elstner dankte den zahlreichen Gästen, die zur Enthüllung des Mahnmals gekommen waren, darunter auch Propst Jürgen Cleve und weitere Vertreter der Pfarrei St. Cyriakus sowie der Interventionsbeauftragte des Bistums, Simon Friede, und die Präventionsbeauftragte Dorothé Möllenberg. “So nehmen wir das Leid der Betroffenen deutlich in den Blick und stellen uns unserer Verantwortung", sagte Propst Cleve. Elstner verwies auf den Betroffenenbeirat des Bistums und dessen Initiativen, weitere Hilfen für Betroffene auf den Weg zu bringen. „Wir sind da auf einem guten Weg“, so Elstner.

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