von Lisa Myland

Fronleichnamsfeier auf dem Essener Burgplatz

Mit einem Gottesdienst auf dem Burgplatz in der Innenstadt haben Gläubige aus dem Bistum Essen nach der coronabedingten Absage im vergangenen Jahr wieder gemeinsam Fronleichnam gefeiert.

Rund 250 Gläubige haben gemeinsam mit Bischof Franz-Josef Overbeck am 3. Juni den Fronleichnamsgottesdienst gefeiert. Die traditionelle Prozession durch die Innenstadt konnte nach dem kompletten Ausfall der Fronleichnamsfeier im vergangenen Jahr allerdings noch nicht stattfinden. Die Monstranz mit der geweihten Hostie stand stattdessen nach der Kommunion auf dem Altar.

Der Zugang war bei dieser erstmaligen Fronleichnamsfeier in der Pandemie genau geregelt, die angemeldeten Teilnehmer saßen mit Abstand auf dem Burgplatz verteilt, an und außerhalb der festen Sitzplätze galt die Maskenpflicht. An allen Ein- und Ausgängen stand Desinfektionsmittel. Die Hostien wurden von festen Plätzen aus an die Gläubigen verteilt, auch hier galten auf den Laufwegen die Maskenpflicht und Abstände. Der Mädchenchor am Essener Dom, die Domsingknaben sowie ein Bläserensemble begleiteten den Gottesdienst musikalisch.

Prozession als Pilgerweg der Gemeinschaft

Obwohl es in diesem Jahr keine anschließende Prozession durch die Essener Innenstadt gab, nahm Bischof Overbeck in seiner Predigt Bezug auf deren Bedeutung für die Glaubensgemeinschaft. Die Prozession sei Ausdruck der Buntheit und Vielschichtigkeit der Kirche im Bistum Essen und der Weltkirche, vor allem mit den Gläubigen der unterschiedlichen muttersprachlichen Gemeinden. „Für mich hatte diese Prozession in den vergangenen Jahren einen Pilgercharakter“, sagte Overbeck. „Prozessionen haben den Charakter von Pilgerwegen im Kleinen. Sie stiften Identität und machen eine Erfahrung möglich, die zu einem großen Pilgerweg gehören, nämlich Kirche als Gemeinschaft auf dem Weg zu sein, wanderndes Volk Gottes als Pilger des Glaubens.“

Overbeck stellte auch die Aktualität dieses gemeinsamen Wegs in Frage: „Sind wir wirklich Pilger des Glaubens als Menschen auf einem neuen Weg? Oder leben nicht viele von uns selbst und erst recht viele der kritischen Zeitgenossinnen und Zeitgenossen angesichts der vielen Kirchenaustritte, die wie eine Massenflucht aus der Kirche wirken, als Menschen eines alten Weges, der zu Ende geht? Die alte Zeit ist vorbei!“ Er rief dazu auf, sich lebendig und mit gutem Willen auf den neuen Weg zu machen, sich auf herausfordernde Fragen der komplexen und bunten Kirche und Welt einzulassen, von Geschlechtergerechtigkeit bis hin zum friedlichen Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkünfte oder den Schwierigkeiten in der Corona-Pandemie.

Nicht der kleine heilige Rest, sondern Kirche von vielen für viele

„Sicher bleibt auch das Niederdrückende der derzeitigen Zeit, gerade angesichts der Gestalt der Kirche und vieler Formen ihrer Gemeinschaft. Aber dennoch: Wir als Pilger des Glaubens und Menschen des neuen Weges haben die Gnade und die Kraft erfahren, glauben zu dürfen und zu können. Wir sind nicht der kleine heilige Rest, sondern Kirche von vielen für viele“, sagte der Bischof zum Abschluss seiner Predigt.

Am Fronleichnamsfest (mittelhochdeutsch: „Leib des Herrn“) feiern die Katholiken die bleibende Gegenwart Jesu Christi in den Gaben von Brot und Wein, dem sogenannten Sakrament der Eucharistie – und das seit dem 13. Jahrhundert immer am 60. Tag nach Ostern.

Predigt des Ruhrbischofs zu Fronleichnam

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