von Thomas Rünker

Fachleute diskutieren Zukunft der Seelsorge im Ruhrbistum

Von Teamarbeit bis zur Digitalisierung – wie die Seelsorge-Profis im Bistum Essen künftig ihre Arbeit tun, war am Donnerstag Thema eines Expertenhearings in Essen.

Teamarbeit in der Pfarrei, Digitalisierung in der Seelsorge oder „Wer leitet die Gemeinde?“ – mit 26 verschiedenen Themen zur Zukunft der pastoralen Mitarbeiter im Bistum Essen haben sich am Donnerstag rund 30 Fachleute ausgetauscht. Bei einem „Expertenhearing“ in Essen haben Personalfachleute aus anderen Bistümern, Pastoraltheologen, Kirchenentwickler und Berater aus ganz Deutschland und Österreich die Ergebnisse diskutiert und weiterentwickelt, die die Seelsorgerinnen und Seelsorger im Ruhrbistum in den vergangenen Wochen bei verschiedenen Klausurtagen erarbeitet haben.

Viele verschiedene Veränderungsprozesse

Dabei erntete die Steuerungsgruppe des Dialogprozess „Pastorale Dienste im Gespräch“ einerseits Respekt für den Mut des Bistums, Schritte wie die künftige Frage der Leitung von Gemeinden und Pfarreien, die Sinnhaftigkeit der verschiedenen pastoralen Berufsgruppen oder die Herausforderungen durch die elektronischen Medien ernsthaft angehen zu wollen. Andererseits äußerten die Experten aber auch Kritik, Tenor: Das Bistum Essen springe zu kurz – nur die Beschäftigung mit dem hauptamtlichen Personal helfe nicht, die Kirche entscheidend weiterzuentwickeln. Als Leiter der Steuerungsgruppe verwies Markus Etscheid-Stams indes darauf, dass der Pastorale Dialogprozess nur eine von mehreren Entwicklungen ist, die das Ruhrbistum – ausgehend von seinem Zukunftsbild – derzeit in verschiedenen Bereichen verändern. Neben den 20 Zukunftsbild-Projekten und den Pfarreientwicklungsprozessen stellen sich derzeit zum Beispiel auch die Caritas, der Kita-Zweckverband oder die Erwachsenenbildung den künftigen Herausforderungen für die Kirche.

Mehr individuelle Kompetenzen als feste Rollen

Bei den konkreten Fragen der Auswahl, Betreuung und Entwicklung der Seelsorge-Profis im Ruhrbistum gab es von den Fachleuten auf großen Stellwänden Bestätigung, Korrekturen und Erweiterungen der bisherigen Pläne. So regten die Experten unter anderem an, die Zugangswege in den pastoralen Dienst deutlich zu öffnen und nicht von etablierten Mustern, sondern „von den pastoralen Notwendigkeiten“ her zu denken. Kritisiert wurden die langen Ausbildungswege – Hochschulstudium plus kircheninterne Ausbildung – bis hin zur Frage, ob für alle seelsorgerischen Aufgaben tatsächlich ein Hochschulstudium erforderlich sei. Vorgeschlagen wurde, das bisherige vergleichsweise starre System der pastoralen Berufsgruppen mit Priestern, Diakonen, Pastoral- und Gemeindereferenten aufzulösen und Seelsorgerinnen und Seelsorger ausschließlich mit Blick auf ihre Aufgaben sowie ihre Talente und Kompetenzen hin einzusetzen. Auch die Pastoralteams in den Pfarreien sollten weniger nach festen Berufsgruppen-Rollen, sondern stärker nach individuellen Fähigkeiten her organisiert werden.

Nachholbedarf bei Digital-Themen

Gerade beim Thema Digitalisierung gebe es beim pastoralen Personal einen großen Nachholbedarf – nicht nur im Bistum Essen, sondern auch in vielen anderen Diözesen, wie die Fachleute betonten. So wurde die vergleichsweise einfache Frage bezüglich der verpflichtenden Nutzung einer einheitlichen Bistums-E-Mail-Adresse einhellig mit Statements wie „überfällig“ und „sollte längst Standard sein“ kommentiert.

Ökumenische Perspektive mitdenken

Als Gast aus Leitung der Evangelischen Kirche im Rheinland warb Oberkirchenrätin Barbara Rudolph dafür, bei allen Fragen der Personalentwicklung auch die ökumenische Perspektive mitzudenken – nicht nur ganz allgemeine, sondern auch konkret zum Beispiel bei Fragen der Aus- und Fortbildung. Es gelte, „die ökumenische Perspektive jetzt mit einzubeziehen, nicht erst am Ende“, betonte Rudolph.

Gemeinsam mit den Ergebnissen der jüngsten Klausurtage der pastoralen Berufsgruppen fließen die Resultate des Expertenhearings nun in die Vorbereitungen des großen Tags für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger am 19. September in Essen ein. Dann wird es darum gehen, aus den seit rund einem Jahr entwickelten Themen konkrete Pläne für die künftige Pastoral im Ruhrbistum zu vereinbaren.

Bischöfliche Beauftragte für Gemeinde- und Pastoralreferent(inn)en sowie Ordensfrauen im pastoralen Dienst

Ingeborg Klein

Zwölfling 16
45127 Essen

Persönl. Referent Generalvikar & Leiter Stabsbereich Strategie und Entwicklung

Markus Etscheid-Stams

Zwölfling 16
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Schulpastoral

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