von Thomas Rünker

Essener PEP-Verantwortliche diskutieren über Stadtplanung und Spiritualität

Bei der ersten digitalen „Komplizenkonferenz“ für Mitglieder der Steuerungsgruppen der zehn Essener Pfarreien standen am Montagabend neben Dank und Anerkennung auch inhaltliche Fragen im Fokus.

Spiritualität, Stadtplanung und Kommunikation – mit dieser bunten Themen-Mischung empfing ein Team des Bistums Essen am Montagabend die meist ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Steuerungsgruppen aus den zehn Essener Pfarreien. Rund 40 Teilnehmer hatten sich auf das Experiment der ersten digitalen „Komplizenkonferenz“ eingelassen, bei dem in lockerer Runde neben Dank und Wertschätzung für die geleistete Arbeit auch inhaltliche Fragen jenseits der Routine der laufenden PfarreiEntwicklungsprozesse zur Sprache kommen konnten. Zu Gast waren Stefan Scheffel, der Büroleiter des Essener Planungsdezernenten, der Kommunikationsberater Torsten Hiermann und Bernd Wolharn, Cityseelsorger am Essener Dom – drei Fachleute, mit denen die „Komplizen“ neben dem Gespräch im Plenum auch in digitalen Kleingruppen eingehender diskutieren konnten.

Viele Fragen an den Planungsfachmann

Angesichts der vielen Standortfragen, die die Pfarreien aktuell diskutieren, war vor allem das Know-how des Stadtplaners gefragt. In Scheffels Diskussionsrunde kamen Fragen des Denkmalschutzes ebenso zur Sprache wie Kritik an langen Planungszeiten oder der Wunsch, dass Kirche auch bei der Entwicklung neuer Quartiere mitdenkt. Scheffel wünschte sich, dass Stadtverwaltung und Kirche künftig viel häufiger miteinander im Gespräch sind, wenn es etwa um die neue Nutzung von Kirchen- und Gemeindeheim-Grundstücken geht, als das bisher der Fall war. Er kündigte an, einige Gespräche des Abends in den kommenden Tagen am Telefon fortsetzen zu wollen, um bei konkreten Fragen vor Ort weiter zu helfen.

Dass bei allem Planen und Entwickeln in den Pfarreien das Glaubensleben nicht zu kurz kommt, war Bernd Wolharns Anliegen – und offenbar auch das vieler Steuerungsgruppen-Mitglieder: „Es ist viel einfacher, sich mit der Infrastruktur zu beschäftigen als mit pastoralen Zielen“, kritisierte ein Teilnehmer, „Die Pfarrei ist eine Organisationsgröße, kein Erlebnisraum von Glaube/Spiritualität“, hieß es in einer anderen Rückmeldung. Passend dazu schlug ein Besucher vor „in kleine, dezentrale Glaubensgemeinschaften zu investieren“. Ohnehin sollten alle spirituellen Angebote „von vornherein ökumenisch gedacht und verwirklicht werden“, meinte ein anderer. Wolharn zeigte sich begeistert von der gelungenen Premiere der „Komplizenkonferenz“ zu PEP-Themen und schlug direkt eine Wiederholung vor, „dann aber mit dem Fokus auf positive Perspektiven“. Am Montag hätten doch viele der Diskussionsbeiträge bei schlechten Erfahrungen und Defiziten angesetzt, stellte der Seelsorger fest.

"Care-Paket" für die Teilnehmer

Auch von Kommunikationsberater Torsten Hiermann gab es viel Lob für das ungewohnte und aus seiner Sicht „mutige“ Diskussionsformat. Gerade das vorab eigens an jeden Teilnehmer versandte „Care“-Paket mit geistiger wie schmackhafter Nahrung habe ihn beeindruckt. Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, Hiermann nach Tipps zu ganz konkreten Kommunikationsthemen in ihren Pfarreien zu fragen. Einiges konnte der Fachmann, der ansonsten oft große Konzerne berät, aus dem Stegreif klären. Anderes soll im Zuge weiterer Beratungen besprochen werden, für die Hiermann den Pfarreien auch künftig zur Verfügung steht.

Die Arbeitsstelle Pfarreientwicklung im Bistum Essen will es nach der gelungenen Premiere nicht bei einer einzigen „Komplizenkonferenz“ belassen. Denkbar seien vielmehr Wiederholungen in anderen Städten oder auch neue Formate zu anderen Themen, hieß es aus dem Vorbereitungsteam – und trotz des gelungenen Digitalformats im nächsten Jahr vielleicht auch wieder Präsenzveranstaltungen. 

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Andreas Scholten

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