von Thomas Rünker

Ehrenamtstag im Bistum Essen bringt 700 Engagierte in Hattingen zusammen

Austausch, Vernetzung und jede Menge Ideen: Rund 700 Engagierte sind am Samstag, 26. September, zum Ehrenamtstag des Bistums in die Henrichshütte nach Hattingen gekommen. Dort zeigte sich die Vielfalt des Engagements im Ruhrbistum. Bischof Franz-Josef Overbeck dankte den Freiwilligen und betonte die politische Bedeutung des christlichen Ehrenamts für die Gesellschaft.

Ehrenamt kann ganz schön lecker sein. Das Team der Kaffee-Ape ist jedenfalls am Samstag, 26. September, einer der vielen Stars beim Ehrenamtstag des Bistums Essen. Zeitweise bilden sich Schlangen an dem italienischen Piaggio-Dreirad namens „Limetti“, auf dessen Ladefläche das Freiwilligen-Team aus der Hattinger Pfarrei St. Peter und Paul Kaffeespezialitäten von Cappuccino und Espresso bis zu Tee und Kakao serviert. „Uns macht das Spaß“, sagt der Mann, der gerade den Zucker nachfüllt.

Rund 700 Menschen aus allen Teilen des Bistums Essen sind am Samstag der Einladung in die Henrichshütte gefolgt. Gut vier Jahre nach dem Ehrenamtstag im Essener Grugapark stehen diesmal in der Hattinger Industriekulisse Austausch und Vernetzung, Information und Unterhaltung für die Menschen auf dem Programm, die sich freiwillig in Pfarreien, Gemeinden, Gruppen, Verbänden und anderen katholischen Organisationen zwischen Duisburg, Bochum und dem Märkischen Sauerland engagieren. Von der Bahnhofsmission bis zum Angebot „Immobilienraum“ der Bistums-Verwaltung, vom Innovationslabor bis zum Bereich Weltkirche präsentieren zahlreiche Abteilungen und Institutionen ihre Angebote, um Ehrenamtliche bei ihren Engagements zu unterstützen. Egal ob beim Memory-Spiel beim Domschatz, beim Entenangeln der Abteilung Liturgie und Glaubenskommunikation oder bei einem virtuellen Spaziergang auf dem Dach des Essener Doms: Mitmachen und Mitspielen ist an vielen Stellen ausdrücklich erwünscht. 

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Ehrenamtliche nutzen Möglichkeiten zu Austausch und Vernetzung

Gleichzeitig lässt das Programm den Gästen viel Raum zum Austausch mit anderen Ehrenamtlichen. Auf dem Weg von der Ausstellungshalle zu den Freiluftangeboten ist immer wieder „Hallo“ und „Ach, ihr seid auch hier!“ zu hören. Wer schon länger im kirchlichen Ehrenamt aktiv ist, trifft sich im kleinen und dicht besiedelten Bistum Essen immer wieder. Oder man lernt sich bei Veranstaltungen wie dem Ehrenamtstag schnell kennen, heute zum Beispiel bei den zahlreichen Workshops zu kreativen oder spirituellen Themen oder bei den Führungen durch das Industriemuseum. „Es ist toll, hier so viele Leute zu treffen“, sagt Mechtild Veit. Sie und ihr Mann Torsten engagieren sich in Gevelsberg unter anderem als Leitende von Wort-Gottes-Feiern, im Handarbeitskreis und im Kirchenvorstand.

Viele Freiwillige nutzen den Ehrenamtstag zum geselligen Teamausflug – egal ob die Frauen, die sich um die Kirche St. Liborius in Wetter-Wengern kümmern, oder das Bücherei-Team aus St. Bonifatius in Essen-Huttrop. Auch Gabriele Keilig aus Bochum-Wattenscheid ist mit ihren Kolleginnen hier. „Wir engagieren uns in der Patientenbücherei des Bochumer St.-Josef-Krankenhauses.“ Früher sei sie Mitglied von Gemeindegremien in St. Theresia, Wattenscheid-Eppendorf, gewesen. Aber mit dem Ruhestand habe sie nach einer neuen ehrenamtlichen Herausforderung gesucht – und in der Patientenbücherei gefunden. „Ich lese selber gern“, sagt Keilig. Diese Freude versuche sie nun auch den Patientinnen und Patienten in der Klinik zu vermitteln – und ihnen damit die Zeit im Krankenhaus zu erleichtern.

Tag zeigt die große Vielfalt des kirchlichen Ehrenamts

WhatsApp-Kanal des Bistums Essen

Am Ehrenamtstag wird die große Vielfalt des kirchlichen Engagements deutlich: Die einen engagieren sich im sozialen Bereich, andere in der Jugendarbeit, in der Gottesdienstgestaltung, in Gremien … „Seit ich Rentner bin, bin ich Hausmeister in unserer italienischen Mission in Gevelsberg“, berichtet Franco Santaro. Heute wollte er am Stand der Gemeinden anderer Muttersprachen und Riten eigentlich seinen original italienischen Espresso servieren, doch schon nach kurzer Zeit streikt die Maschine. „Vielleicht waren das heute doch ein paar Kaffee zu viel“, sagt er mit Lächeln.

Ehrenamtstag – gemeinsam getragen

Der Ehrenamtstag 2026 wird gemeinsam getragen vom Diözesanrat der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen, dem Caritasverband für das Bistum Essen und dem Bistum Essen.

Gut, dass draußen auf der Freifläche noch die Maschine der Kaffee-Ape „Limetti“ läuft. Seit bald zehn Jahren ist die Hattinger Pfarrei St. Peter und Paul mit dem ungewöhnlichen Fahrzeug unterwegs. Mal steht es sonntags nach der Messe an der Kirche, mal in der Fußgängerzone - immer gehe es darum, den Menschen mit einem leckeren Heißgetränk auch ein offenes Ohr anzubieten. Dabei ist „Limetti“ auch ein Beispiel für den Wandel des Ehrenamts: Einst von einem hauptberuflichen Seelsorger gestartet, wird die Ape heute ausschließlich von Ehrenamtlichen betrieben. Die haben keinen festen Fahrplan, „sondern kommen, wenn wir Zeit haben“, sagt das „Limetti“-Team. Und Lust – aber daran mangele es eigentlich nie.

Bischof dankt Ehrenamtlichen und betont: Engagement ist sehr politisch

Im abendlichen Gottesdienst dankt Bischof Franz-Josef Overbeck den Ehrenamtlichen: Mit ihrem vielfältigen Engagement „schenken Sie Hoffnung, stiften Gemeinschaft und machen Gottes Welt in unserem Bistum und an ganz vielen Orten sichtbar.“ Zugleich sei dieses Engagement sehr politisch, so Overbeck. „Sie geben Zeugnis von unserem Glauben, der in der Mitte der Gesellschaft ein gutes Leben für alle Menschen möchte.“ Der Bischof ermuntert die Ehrenamtlichen: „Setzen Sie sich weiter dafür ein, in vielen Gesprächen, da, wo man auf Menschen hofft, die Perspektiven bieten – als Christinnen und Christen können wir das.“ 

Pressestelle Bistum Essen

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