von Jürgen Flatken

Ehemaliger Essener Domorganist Ludger Mai verstorben

Essener Dommusik und Domkapitel gedenken ihres langjährigen Domorganisten, der zwischen 1982 und 1998 die Kirchenmusik an der Essener Bischofskirche entscheidend mitgestaltet hat.

Der gebürtige Berliner prägte das musikalische Orgelleben in der Kathedralkirche des Ruhrbistums 16 Jahre lang. Sein hochvirtuoses Spiel wird von Zeitzeugen als „umwerfend“ beschrieben, „wunderbare Konzerte“ seien „wirklich ein Genuss“ gewesen. Dieses auch auf mehreren Tonträgern dokumentierte Orgelspiel war Motivation für junge Menschen, den Weg in die haupt- oder nebenamtliche Kirchenmusik zu suchen.

Als Musiker selbst sehr beeindruckt durch die Begegnung mit französischen Großmeistern wie Jean Langlais oder Maurice Duruflé, wirkte er zeitweilig als Stellvertreter von Jean Guillou an der Pariser Kirche St. Eustache. So wurde ihm die Interpretation dieser reichen Orgelliteratur ein besonderes Anliegen: Ludger Mai darf als einer der Wegbereiter für die Begeisterung gelten, der sich die Musik der französischen Romantik und Moderne in Deutschland bald erfreuen sollte.

Vor seinem Stellenantritt am Essener Dom hatte er als Kirchenmusiker an der St. Matthias-Kirche in Berlin-Schöneberg gewirkt und eine starke Prägung durch die dortige charaktervolle Orgel, eines der größten Instrumente der Stadt, erfahren.

Große Wissbegierde, akribisches Arbeiten und immenser Fleiß zeichneten seine Persönlichkeit aus: Noch im hohen Alter etwa besuchte Ludger Mai musikwissenschaftliche Seminare und hospitierte bei Improvisationsunterricht an der Universität der Künste Berlin, stets darum besorgt, die künstlerische Persönlichkeit weiterzubilden. Zahlreiche Konzertauftritte belegen die Wertschätzung, derer er sich in Fachkreisen über Jahrzehnte erfreute.

Ludger Mai ist am 2. Dezember 2021 verstorben. Die Essener Dommusik und das Essener Domkapitel gedenken ihres ehemaligen Domorganisten.

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