von Thomas Rünker

Domkapitular Kai Reinhold leitet künftig die Essener Pfarrei St. Ludgerus

Wenn Propst Jürgen Schmidt im kommenden Frühjahr in den Ruhestand geht übernimmt der bisherige Personalverantwortliche für die Seelsorgerinnen und Seelsorger die Leitung der Kirchengemeinde im Essener Südwesten. Kai Reinhold begann seine Priesterausbildung erst mit 34 Jahren – zuvor war er für C&A tätig.

Der Essener Domkapitular Kai Reinhold, bislang der Personalverantwortliche für die Seelsorgerinnen und Seelsorger‎ im Bistum Essen, wird im kommenden Frühjahr Pfarrer und Propst der Essener Pfarrei St. Ludgerus. Reinhold löst zum 1. April Propst Jürgen Schmidt ab, der die Pfarrei dann gut 14 Jahren geleitet hat und in den Ruhestand wechselt.

Der 61-jährige Reinhold, der seit 2014 in Essen-Werden wohnt und dort vielen unter anderem aus Gottesdiensten im früheren Tagungs- und Exerzitienhaus bekannt ist, hat nach 14 Jahren in der Personalarbeit des Bistums ‎seinen Wunsch nach einer neuen Herausforderung unmittelbar in der Pastoral und ‎Seelsorge konkretisiert.‎ Reinhold ist maßgeblich für das Pastorale Personal des Bistums verantwortlich – unter anderem als Bischöflicher Beauftragter für die Priester – und als Regens für die Priesterausbildung. Dort hinterlasse er eine Lücke, „die nicht einfach zu schließen sein wird“, sagt Bischof Franz-Josef Overbeck. Gleichzeitig sei er der Überzeugung, „dass ‎Domkapitular Reinhold für die Leitungsaufgabe als Propst und Pfarrer der Propsteipfarrei St. ‎Ludgerus bestens geeignet ist“. Er danke Reinhold „von ganzem Herzen für seinen Dienst in den zurückliegenden Jahren sowie für seine ‎Bereitschaft, im kommenden Frühjahr die neue Aufgabe für die Pfarrei St. Ludgerus zu übernehmen“.‎ Gleichzeitig bleibt Reinhold dem Domkapitel und dem Bischof weiterhin als residierender Domkapitular verbunden.

Essener Stadtdechant

Propst Jürgen Schmidt wurde 2018 auch zum Essener Stadtdechanten ernannt, dem Sprecher der katholischen Pfarrgemeinden in Essen. Im vergangenen Jahr wurde diese Ernennung bestätigt – mit Blick auf Schmidts absehbaren Wechsel in den Ruhestand jedoch nur bis Ende 2026. Unabhängig vom personellen Wechsel in St. Ludgerus wird die erweiterte Essener Stadtkonferenz im kommenden Jahr einen neuen Stadtdechanten wählen, der dann von Bischof Overbeck ernannt wird.

Bereits jetzt kann Reinhold auf ein vielfältiges Berufsleben zurückblicken. Nach seinem Abitur hat er zunächst eine sechsjährige Ausbildung als Führungsnachwuchskraft bei C&A Brenninkmeijer absolviert. Anschließend war er für dieses Unternehmen zunächst als Filialgeschäftsführer in Wien tätig, dann als Human Resources Manager in der Hauptverwaltung und im Zentraleinkauf in Düsseldorf. Schließlich folgte Reinhold mit 34 Jahren seiner Berufung zum Priestertum und studierte in Bochum und Boston (USA) Theologie. In der Folge war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Bochumer Katholisch-Theologischen Fakultät tätig und wurde hier mit einer Forschungsarbeit über die Katholische Kirche in den Vereinigten Staaten promoviert. 2008 wurde Reinhold zum Priester geweiht und zunächst vier Jahre lang als Kaplan in der Bochumer Pfarrei Liebfrauen eingesetzt. 2012 wechselte er auf Wunsch des Bischofs in die Bistumsverwaltung und übernahm die Leitung der Personalarbeit für das Pastorale Personal und das Amt des Regens.

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Auch Jürgen Schmidt, der bisherige Pfarrer von St. Ludgerus, war vor seinem Wechsel nach Essen-Werden Anfang 2013 der für die Priesterausbildung des Bistums verantwortliche Regens. Zuvor war der 1983 zum Priester geweihte Schmidt unter anderem Kaplan in St. Markus, Essen-Bredeney, und St. Elisabeth, Bochum-Gerthe, sowie von 1990 bis 1996 der Jugendseelsorger des Ruhrbistums. Danach leitete er das Tagungs- und Studienhaus in Essen-Werden und war von 2004 bis zu dessen Schließung 2012 Leiter des Bochumer Priesterseminars. Von 1994 bis 2010 war Schmidt zudem Domvikar am Essener Dom, seit 2010 ist er nichtresidierender Domkapitular und bleibt dies auch noch in den kommenden Jahren. Schmidt plant auch künftig im Essener Süden zu wohnen und wird sich auch als Propst emeritus mit liturgischen Diensten einbringen.

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