Digitalisierung macht KEFB-Kurse bistumsweit verfügbar

Bistum Essen

Bei der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen sorgen auch zwei neue Regionalleiter im mittleren Ruhrgebiet und dem märkischen Sauerland dafür, dass die Weiterbildung auch im Lockdown läuft.

Coronabedingte Kurs-Absagen, Online-Vorträge und virtuelle Seminare: Mit zwei neuen Regionalleitern will die Katholische Erwachsenen- und Familienbildung (KEFB) im Bistum Essen in der Corona-Pandemie ihr digitales Profil schärfen – und hofft doch darauf, möglichst bald auch wieder Präsenz-Kurse anbieten zu können. Im Interview sprechen die beiden neuen Regionalleiter Frank Gößmann (für Gelsenkirchen, Bochum und Wattenscheid sowie die Kreisdekanate Hattingen-Schwelm und Altena-Lüdenscheid) und Stephan Polle (für Essen, Bottrop und Gladbeck) über die Herausforderungen der digitalen Weiterbildung, aber auch die Chancen des „Lockdowns“.

Wie wirkt sich die Corona-Situation auf die Angebote der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen aus?

Frank Gößmann: Wir sind natürlich auch vom „Lockdown“ betroffen und können deshalb derzeit keine Präsenzkurse anbieten. Als KEFB Essen haben wir uns auf diese Situation aber relativ gut einstellen können: Schon im ersten „Lockdown“ haben wir Online-Kurse entwickelt, auf diese Erfahrung konnten wir jetzt zurückgreifen. Dabei planen die Kolleginnen und Kollegen aus den einzelnen Standorten Kurse, die sie dann übergreifend für alle KEFB-Standorte im Ruhrbistum anbieten.

Stephan Polle: Wir wissen, dass die fehlenden Weiterbildungsmöglichkeiten unsere Kunden mehr und mehr bedrücken. Schließlich ist das Miteinander der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Kursgruppen für unsere Bildungsarbeit von enormer Bedeutung. In vielen Kursen sind Freundschaften und ein enger Austausch über die Kursinhalte auch jenseits der regelmäßigen Treffen entstanden. Beides ist für den Lernerfolg vieler Teilnehmenden, aber auch für ihr soziales Leben enorm wichtig. Diese Beziehungen versuchen wir so gut es geht auch in unsere Online-Angebote zu übertragen. Wir haben eine Vielzahl an Kursen neu konzipiert, Lehrende entsprechend geschult und unter anderem auf unserer eigenen Schulungsplattform moodle umgestellt.

Bietet die Krise der KEFB auch Chancen?

Polle: Der „Lockdown“ hat unserer Digitalisierungskompetenz einen erheblichen Schub verpasst. Dies betrifft unsere technischen Fähigkeiten, aber auch unsere pädagogischen Kompetenzen. Ein Onlineseminar bedarf eben einer anderen didaktischen und methodischen Vorbereitung und Durchführung als Kurse in Präsenz.

Gößmann: Gerade die Planung von Online-Angeboten bietet uns in der KEFB die Chance, über den eigenen Standort hinauszudenken und Veranstaltungen zu konzipieren, die nicht auf die jeweilige Stadt beschränkt sind. Dies ist sicher eine Erfahrung sein, die auch in die Zeit nach der Pandemie ausstrahlen wird.

Wird die KEFB auch nach der Corona-Pandemie noch Online-Kurse anbieten?

Zur Person

Stephan Polle (56) ist zweifacher Familienvater, stammt aus Westfalen und ist seit 30 Jahren in der Bildungsarbeit tätig. Als ausgebildeter Krankenpfleger und Diplom-Sozialpädagoge hat er seine ersten Erfahrungen Anfang der 1990er Jahre in der katholischen Jugendbildungsarbeit gesammelt. Nach Stationen in Dortmund und Werl wechselte er 1999 in die katholische Erwachsenen- und Familienbildung, zunächst in Gütersloh und anschließend in Bielefeld.

Der 52-jährige Dipl.-Sozialpädagoge und Sozialbetriebswirt Frank Gößmann ist in Franken aufgewachsen. Vor 16 Jahren wechselte er ins Ruhrgebiet und übernahm die Geschäftsführung des Kolping-Bildungswerks und des Kolping-Diözesanverbands im Bistum Essen. Frank Gößmann ist verheiratet, hat zwei Kinder und engagiert sich in seinem Wohnort Wetter auch kommunalpolitisch.

Polle: Selbstverständlich werden wir nach Corona mit unseren Onlineveranstaltungen nicht einfach aufhören. Im Gegenteil: Die Erfahrungen werden reflektiert und für eine Verbesserung der Onlineformate genutzt. Natürlich bieten sich hierfür vor allem Vorträge und Seminare an. Wir versuchen aber auch in allen anderen Bereichen unsere Onlinefähigkeit auszubauen und zu verbessern.

Gößmann: Gerade Angebote zum Selbstlernen, wie wir sie aktuell für die Präventionsschulungen entwickelt haben, eignen sich besonders gut für ein digitales Format, weil die Teilnehmenden so individuell bestimmen können, wann die Veranstaltung für sie beginnt. Zudem werden wir in Zukunft sicherlich auch über Hybrid-Veranstaltungen nachdenken, an denen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowohl in Präsenz, als auch über digitale Wege teilnehmen können.

Polle: Auf unserer Homepage www.kefb.info findet sich bereits heute ein vielfältiges, täglich aktualisiertes Angebot an Onlineschulungen. Unter anderem startet am 18 Februar ab 19 Uhr in der neuen KEFB-Digitalakademie ein spannender Vortag zur Rassismus-Debatte in Deutschland.

Statistik

Allein im Bereich Bochum und Gelsenkirchen hat die KEFB im Januar 69 Online-Kurse geplant – mehr als im gesamten Jahr 2020. So können fast 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreicht und über 2200 Unterrichtseinheiten angeboten werden. In Essen, Bottrop und Gladbeck zählt die KEFB bei ihren Onlinekursen bislang rund 700 Teilnehmende mit 3000 Unterrichtseinheiten.

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