von Thomas Rünker

„die kurbel“ qualifiziert jetzt auch am Gabelstapler für Logistikberufe

Dank einer Spende kann das katholische Jugendwerk Oberhausen Jugendliche, aber auch ältere Erwachsene im neuen Bereich „Lager & Logistik“ am Standort Sterkrade nun auch am Gabelstapler qualifizieren. Das verbessert ihre Chancen auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz – und macht Spaß.

Die Gabel absenken, ganz langsam vorwärtsfahren und sanft wieder anheben. Schon sitzt die Palette sicher auf Kays Gabelstapler. Die junge Frau setzt routiniert zurück, fährt auf dem abgesperrten Werkhof der „Kurbel“ nach rechts – und setzt die Palette dort bündig auf zwei weitere. Ausbilder Marco Adolphs ist zufrieden: Kay trainiert erst seit einigen Stunden und hat den Gabelstapler trotzdem schon gut im Griff. Das grau-orangene Akku-Gefährt ist der Star der neuen Logistik-Werkstatt, mit der „die kurbel“ auf den wachsenden Fachkräftebedarf reagiert. Jetzt kann das katholische Jugendwerk Oberhausen seine Teilnehmenden nicht mehr nur fit für den Umgang mit den als „Ameise“ bekannten Flurförderfahrzeugen machen – sondern auch am Gabelstapler trainieren. Eine von Weihbischof Ludger Schepers vermittelte Spende ermöglichte den Ankauf des Modells, das Lasten bis zu einer Tonne drei Meter hoch transportieren kann.

Pirouetten wie beim Eistanz

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Dass der Stapler auch wendig ist, beweist Kay als nächstes: Weil sich das Hinterrad komplett quer stellen lässt, dreht sie auf dem sommerheißen Asphalt Pirouetten, die Eiskunstfans gefallen würden. Qualifizierung darf Spaß machen, betonen die beiden „kurbel“-Geschäftsführer Yamfu Tekasala und Frank Janßen – und erläutern den Hintergrund des neuen Bereichs „Lager & Logistik“: „Der Arbeitsmarkt wird immer vielfältiger“, sagt Janßen. Durch den wachsenden Online-Handel und neue Logistikzentren im Ruhrgebiet gebe es immer mehr Arbeitsplätze in dieser Branche. „Deshalb haben wir uns entschieden, hierfür einen eigenen Qualifizierungsbereich aufzubauen.“ Mit ganz praktischen Folgen für das eigene Haus, erläutert Tekasala: „Wir hatten vorher kein eigenes Lager.“ Lieferanten trugen Sendungen früher quer durchs Haus – und im Zweifel ins Büro der Geschäftsführung.

Lager der „kurbel“ umfasst rund 350 Produkte

Jetzt gibt es bei Ausbilder Marco Adolphs nicht nur eine zentrale Warenannahme, sondern auch ein Lager mit rund 350 regelmäßig benötigten Produkten. Dort zeigen Jackie und Etienne den gesamten Ablauf – von der Bestellung im hauseigenen Online-Shop über die Kommissionierung und Verpackung im Lager bis hin zur Auslieferung.

Wie alle Werkstätten der „kurbel“ qualifiziert Adolphs sowohl Jugendliche und junge Erwachsene in der Berufsvorbereitung als auch Ältere, zum Beispiel nach längerer Krankheit. „Logistik boomt“, weiß der Ausbilder aus seinen Gesprächen mit Unternehmen. Und auch bei den Teilnehmenden ist das neue Lager sehr beliebt – erst recht mit dem neuen Aushängeschild, dem Gabelstapler. Zunächst lernen die Teilnehmenden damit die Technik kennen. Adolphs kann sich künftig auch vorstellen, den offiziellen „Staplerschein“ anzubieten. Mit Kay hätte er hierfür wohl schon die erste Kandidatin.

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