„Diakon der Hoffnung“: Bischof Overbeck weiht Bochumer Michael Hildenbrand
Bischof Overbeck weiht Michael Hildenbrand zum Diakon. Foto: Simon Wiggen | Bistum Essen
„Dann werdet ihr erkennen, dass das Reich Gottes nahe ist.“ Mit diesem biblischen Wort hat Bischof Franz-Josef Overbeck am Freitagabend, 28. November 2025, im Essener Dom seine Predigt zur Weihe des Bochumer Diakons Michael Hildenbrand eingeleitet. Der neue Ständige Diakon, der zugleich als Verwaltungsleiter der Pfarrei St. Franziskus im Bochumer Süden tätig ist, solle durch seinen Dienst „helfen, dass Menschen Gott nahekommen und ihn erkennen“, so Overbeck. Der Diakonendienst sei dabei „ein bescheidener und zugleich inniger Weg, so wie ihn Jesus selbst gegangen ist“.
Diakone im Bistum Essen – Ausbildungswege
Der Ausdruck „Diakon“ wird vom altgriechischen Wort für „Diener“, „Helfer“ oder „Bote“ abgeleitet. Die katholische Kirche unterscheidet zwischen dem Diakon als Durchgangsstufe auf dem Weg zur Priesterweihe und dem eigenständigen Amt – dem ständigen Diakonat – wie es Michael Hildenbrand anstrebt. Dieses Amt steht grundsätzlich auch verheirateten Männern ab dem 35. Lebensjahr offen. Das Amt des Ständigen Diakons wird haupt- oder – wie bei Hildenbrand – nebenamtlich ausgeübt.
Diakone werden durch den Bischof geweiht. Damit überträgt er ihnen die Vollmacht zu predigen, die Taufe und die heilige Kommunion zu spenden und kirchliche Begräbnisse vorzunehmen, nicht aber die Messe zu feiern oder die Beichte zu hören. Hauptaufgabe des Diakons ist die Mitarbeit im Pastoralteam einer Pfarrei, vor allem mit Blick auf die Gemeindeseelsorge und die Caritas. In feierlichen Gottesdiensten assistiert der Diakon dem Priester.
Bisher wurden die nebenamtlichen Diakone im Bistum Essen gemeinsam mit dem Erzbistum Köln ausgebildet. Künftig lässt das Ruhrbistum seine Diakone jedoch am Paderborner Standort der Katholischen Fachhochschule NRW ausbilden sowie am Institut für Diakonat und Pastorale Dienste (IDP) im Bistum Münster, wo auch die angehenden Priester, Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten ausgebildet werden. Hintergrund dieser Umstellung ist die enge Vernetzung aller Seelsorge-Berufe im Bistum Essen, die bereits während der Ausbildung beginnt und in die nun auch die Diakonatsbewerber integriert werden. Insgesamt umfasst die berufsbegleitende theoretisch und praktische Ausbildung vier Jahre bis zur Weihe und zwei weitere im Anschluss daran. Weitere Informationen gibt es bei Diakon Winfried Rottenecker, dem Ausbildungsverantwortlichen für den Ständigen Diakonat im Bistum Essen, Tel.: 01523/7910579, E-Mail: winfried.rottenecker@bistum-essen.de
Aus der Wirtschaft zu Bahnhofsmission und Straffälligenhilfe
Der Bischof verwies auf Hildenbrands Lebensweg, der den am Rande der Eifel geborenen 53-Jährigen vom BWL-Studium in Köln über eine Wirtschaftsprüfungs-Karriere in Frankfurt in die Bochumer Pfarrei geführt hat – und vom Wirtschafts- und Finanzsektor auch in die Bahnhofsmission oder die Straffälligenhilfe und schließlich zur Entscheidung für das Diakonat. Gott zu erkennen, sei mit dem Tun des Menschen verbunden, betonte der Bischof. Der Dienst des Diakons sei dabei „ein Dienst von unten, im Alltag der Menschen.“ Overbeck beschrieb dies als eine der wichtigsten Aufgaben der heutigen Kirche: „Wir werden als Kirche dort präsent sein müssen für die Menschen, wenn wir genau an diesen Orten die Zeichen der Zeit erkennen: dort, wo die Menschen verwundet sind, wo ihre Wunden offen bluten und schmerzen.“ Hier stehe der Diakonendienst für „Aufmerksamkeit auf ihre Würde, Liebe, Achtung und Zuneigung“. Es gehe um Achtsamkeit auf die Fremden und „Achtsamkeit auf die inneren Nöte der vielen, die an der Komplexität in unserer Welt zu zerbrechen drohen und oft schon zerbrochen sind.“
„Ihre Sendung ist größer als Sie selbst.“
Diesen Diakonendienst wird Hildenbrand nebenamtlich ausüben, als Diakon im Zivilberuf: Er wird weiter als Verwaltungsleiter in St. Franziskus tätig sein und sich als Diakon vor allem in sozialen Projekten in der Bochumer Innenstadt, in der Propsteipfarrei St. Peter und Paul engagieren.
Als „Diakon der Hoffnung“ solle Hildenbrand wirken, sagte Overbeck und betonte: „Ihre Sendung ist größer als Sie selbst.“ Der Bischof verwies auf die Aufgaben des Diakons – „beten, Menschen taufen, Tote begraben, bei der Eheschließung assistieren, die heilige Kommunion reichen, das Wort Gottes verkünden und predigen“ – und ermunterte Hildenbrand, bei diesem Dienst an den Menschen, besonders diejenigen im Blick zu haben, die am Rande stehen. Mit dem Bild „Hoffnung“ von Schwester Katharina Högener, das Hildenbrand für seine Weiheanzeige gewählt hatte, verband der Bischof den Wunsch: „Mögen Sie ein Mann der Zuversicht, ein Christ voll von Glaube und Liebe sein!"











