von Jürgen Flatken

Der Sterbesegen: Wenn beim Abschied die eigenen Worte fehlen

Das Ruhrbistum bringt eine überarbeitete und erweiterte Ausgabe dieses Ritus für Angehörige, Seelsorgende und Sterbegleiterinnen und -begleiter heraus: Gebete, Texte und Begleitung im Moment des Sterbens – in verschiedenen Sprachen wie kroatisch und tamil und einer Version in leichter Sprache.

Das überarbeitete Ritual des Sterbesegens soll künftig im Bistum Essen dazu beitragen, Sterbende und ihre Angehörige während des Abschieds würdig zu begleiten. „Angesichts des nahenden Todes sind wir oft hilflos und auch sprachlos“, sagt Theresa Kohlmeyer, Leiterin der Abteilung Liturgie und Glaubenskommunikation im Bistum Essen. Der Sterbesegen solle Angehörigen und Sterbenden dabei helfen, den „Übergangsmoment vom Leben zum Tod“ würdig zu gestalten, ihnen Angst nehmen und „das Leben der Sterbenden unter Gottes Schutz zu stellen“.

Fortbildung für Ehrenamtliche

Im Herbst bietet das Bistum Essen unter dem Titel „Die Feier des Sterbesegens leiten“ eine Fortbildung für Ehrenamtliche an, die mit sterbenden Menschen Kontakt haben. „Wir wollen die Menschen stärken und befähigen, in Krisenmomenten ruhig und sprachfähig auf die jeweiligen Situationen gefühlvoll eingehen zu können“, erläutert Theresa Kohlmeyer. 

Die dreitägige kostenlose Fortbildung findet am 9. September von 17 bis 21 Uhr sowie am 10. September und am 5. November jeweils von 9.30 bis 16 Uhr in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“, Falkenweg 6, 45478 Mülheim statt. Anmeldungen nimmt bis zum 1. August Elisabeth Hellwig per E-Mail entgegen. 

In einem handlichen Buch ist die „Feier des Sterbesegens“ klar, strukturiert und in einer verständlichen Sprache dargestellt. Angesichts der vielen muttersprachlichen Gemeinden im Ruhrbistum finden sich in der neuen Ausgabe des erstmals 2017 veröffentlichten Sterbesegens auch Übersetzungen in unterschiedlichen Sprachen, wie Italienisch, Polnisch, Kroatisch und Tamil sowie in leichter Sprache. Bewusst haben die Autorinnen und Autoren auf Deutungen und lange Erklärungen verzichtet. Es gibt eine sogenannte Grundform des Sterbesegens, die allgemein und kurz gehalten ist und selbst im Notfall verwendet werden kann. Für besondere Situationen des Sterbens, wenn ein Kind tot geboren wird oder im Sterben liegt oder ein Mensch nach schwerer Krankheit stirbt, gibt es speziell darauf ausgerichtete Gebete und Texte. „Der Sterbesegen soll vor allem Orientierung bieten, um in diesen Grenzsituationen sprachfähig zu sein“, erklärt Kohlmeyer.

Dabei richtet sich der Sterbesegen ausdrücklich nicht nur an die Seelsorge-Profis: „Mit diesem Buch möchten wir jede Christin und jeden Christen ermutigen, in der Stunde des Todes eines lieben Angehörigen und nahestehenden Menschen den Sterbesegen zu feiern. Diese Feier darf jede und jeder leiten“, betont der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck. „Dabei möchte dieses Grundmodell des Sterbesegens Orientierung bieten und ein sprachliches Gerüst bereitstellen, um in dieser besonderen Situation die passenden Worte zu finden. Gehen Sie also mit diesem Grundmodell gern kreativ um und finden Sie die Symbole und Worte, die für die jeweilige Situation passend sind.“

Das neue Rituale umfasst 119 Seiten und ist für 14,90 Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-7966-1825-3) erhältlich.

Leiterin der Abteilung Liturgie und Glaubenskommunikation

Dr. Theresa Kohlmeyer

Zwölfling 16
45127 Essen

Pressestelle Bistum Essen

Zwölfling 16
45127 Essen

0201/2204-266

0201/2204-507

presse@bistum-essen.de

Presse