Kirchen in NRW betonen zum Ramadan-Beginn Verantwortung der Religionen
Blick in die Ayasofya-Moschee in Essen. Symbolbild: Achim Pohl | Bistum Essen
Zum Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der 2026 wie die christliche Fastenzeit am Aschermittwoch, 18. Februar, startet, wünschen die katholischen Bistümer und die evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen in ihrem gemeinsamen Grußwort allen muslimischen Gläubigen einen „gesegneten Monat voller Vergewisserung und Zuversicht“. Der Ramadan sei für alle Muslime weltweit eine besondere Zeit des Gebets und der Solidarität. Die sich darin ausdrückende Haltung voller Achtsamkeit, Bereitschaft zum Teilen sowie Wachsamkeit für Gerechtigkeit und Frieden sei „von größter Bedeutung für unsere Gesellschaft“.
Seltenes Ereignis: Aschermittwoch und Ramadan-Beginn am gleichen Tag
Es ist ein seltenes Zusammenspiel des christlichen (Gregorianischen) und des muslimischen Mondkalenders, dass die Fastenzeiten der beiden Weltreligionen in diesem Jahr am gleichen Tag beginnen. „Diese seltene Übereinstimmung lädt uns dazu ein, mit wachem Sinn all das wahrzunehmen, was uns miteinander verbindet“, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing.
Die christliche Fastenzeit hängt vom Ostertermin ab: Ostern ist am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Ramadan ist der 9. Monat im muslimischen Mondkalender und verschiebt sich im Vergleich zum Gregorianischen Kalender jedes Jahr um etwa elf Tage nach vorn. In einigen Jahren liegen christliche Fastenzeit und Ramadan deshalb teilweise zeitgleich – so wie derzeit. In anderen Jahren liegen zwischen den beiden Fastenperioden mehrere Monate. Dass Aschermittwoch und Ramadan-Beginn auf den gleichen Tag fallen, ist sehr selten – zuletzt war dies am 22. Februar 1928 der Fall.
Verantwortung für ein gelingendes Zusammenleben in der Gesellschaft
Sowohl der Islam als auch das Christentum wüssten von der Bedeutung großer Gemeinschaften über Grenzen hinweg. Insofern wüssten auch beide um ihre Verantwortung für ein gelingendes Zusammenleben in der Gesellschaft. Christen und Muslime seien gefordert, zu einer lebendigen Demokratie und zum Wachsen von Vertrauen beizutragen.
Wo Glaube frei und verbindlich praktiziert und Gemeinschaft offen und respektvoll gelebt werde, entstünden Räume, „in denen Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen, Vielfalt wertzuschätzen und Konflikte mit Respekt auszutragen“. Gerade in Zeiten, in denen demokratische Grundwerte unter Druck geraten, seien spirituelle und soziale Ressourcen unverzichtbar.
Herausforderung an beide Religionen, Zeichen für Dialog, Offenheit und ein friedliches Zusammenleben zu setzen
Untermauert von Zitaten aus Bibel und Koran betonen die Vertretungen der Bistümer und Landeskirchen die Herausforderung an beide Religionen, Zeichen für Dialog, Offenheit und ein friedliches Zusammenleben zu setzen. Dank sagen die Verfasserinnen und Verfasser des Grußworts allen muslimischen Gemeinden, Verbänden und Engagierten für ihr „soziales wie spirituelles Wirken und für ihren Beitrag zu einem friedlichen und solidarischen Miteinander.“
Unterzeichnet haben das Grußwort Dietmar Arends, Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche; Udo Markus Bentz, Erzbischof von Paderborn; Helmut Dieser, Bischof von Aachen; Antonius Hamers, Diözesanadministrator des Bistums Münster; Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland; Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen; Adelheid Ruck-Schröder, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, und Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln.
Das Grußwort der Kirchen zum Download (pdf)
Ansprechperson
Persönlicher Referent — Referent für den Interreligiösen Dialog
Dr. Detlef Schneider-Stengel
Zwölfling 16
45127 Essen
0201/2204-622
