von Thomas Rünker

Corona: Overbeck wirbt in Brief an alle Gemeinden fürs Impfen

Ruhrbischof äußert in einem Schreiben an alle katholischen Christen im Ruhrbistum seine Sorge angesichts der dramatischen Auswirkungen der aktuellen Corona-Welle. Auch in der Kirche führten die Belastungen und Spannungen zwischen Geimpften und Ungeimpften zu Auseinandersetzungen.

In einem Brief an alle Katholikinnen und Katholiken im Bistum Essen bringt Bischof Franz-Josef Overbeck seine Sorge angesichts der dramatischen Auswirkungen der aktuellen Corona-Welle zum Ausdruck und wirbt mit deutlichen Worten fürs Impfen. „Das Impfen ist Ausdruck von Solidarität, konkreter Nächstenliebe und Gerechtigkeit, weil es darum geht, eine gefährliche Situation in unserem Land und weltweit gemeinsam zu überwinden“, schreibt Overbeck in dem Text, der an diesem Wochenende, dem dritten Advent, veröffentlicht wird. „Die Entscheidung zu einer Impfung ist damit mehr als eine private Entscheidung, weil sie schwerwiegende gesellschaftliche und gemeinschaftliche Folgen hat“, betont der Bischof.

Overbeck geht in seinem Brief auf die großen Belastungen durch die bald zwei Jahre andauernde Pandemie ein, erinnert an bundesweit mehr als 100.000 und weltweit mehr als fünf Millionen Tote und zollt den vielen Menschen Respekt „die im medizinischen und pflegerischen Dienst bis an den Rand der Erschöpfung und oft deutlich darüber hinaus um Gesundheit und Leben vieler Menschen kämpfen“. Zugleich sei angesichts der Einschränkungen und der Bedrohung mancher Existenz „verständlich, wenn in diesen Wochen zunehmend die Nerven blank liegen und sich manche Auseinandersetzung um Fragen der Pandemie-Bekämpfung deutlich verschärft“, so der Ruhrbischof.

Auch im kirchlichen Raum nehmen die Auseinandersetzungen zu

Angesichts der verschärften Maßnahmen, die in besonderer Weise ungeimpfte Personen treffen, nähmen die Auseinandersetzungen nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch im kirchlichen Raum zu, berichtet der Bischof. Dies gelte in besonderer Weise auch für die Gottesdienste, für die das Bistum bislang keine zentralen Corona-Regeln vorgibt, die „aber nach Maßgabe der Verantwortlichen in unseren Pfarreien, Gemeinden und Einrichtungen besondere Vorsichtsmaßnahmen benötigen“, wie Overbeck schreibt. Einzelne Pfarreien im Ruhrbistum haben bereits 3G- oder 2G-Regelungen für ihre Gottesdienste eingeführt. Andere prüfen dies, insbesondere für die Weihnachtsfeiertage.

Overbeck: In Stil und Tonfall respektvoll miteinander umgehen

Die wachsenden Spannungen in der Kirche, insbesondere zwischen Geimpften und Ungeimpften „müssen wir miteinander aushalten“, so Overbeck. Er wirbt jedoch dafür, „dass wir in Stil und Tonfall respektvoll miteinander umgehen und die Entscheidungen der Personen und Gremien akzeptieren, die jeweils eine hohe Gesamtverantwortung tragen.“ Ausdrücklich wirbt der Ruhrbischof dafür „in unserem freiheitlich-demokratischen Land den wissenschaftlichen, medizinischen und politischen Institutionen zu vertrauen – und den eingeschlagenen Weg der Pandemie-Bekämpfung zu unterstützen“.

Der Brief von Bischof Overbeck zum Download (pdf)

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