von Thomas Rünker

Overbeck: Leben und Beten für andere

Ruhrbischof stellt in der Chrisammesse am Gründonnerstag den Gedanken der Stellvertretung in den Mittelpunkt. Anstelle von hunderten Messdienerinnen und Messdienern, die sonst in die jährliche Messe zur Weihe der heiligen Öle kommen, verfolgten in diesem Jahr viele das Geschehen im Internet-Livestream.

Füreinander Beten und sich gegenseitig helfen – den Gedanken der Stellvertretung hat Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck am Gründonnerstagmorgen ins Zentrum der Chrisammesse im Essener Dom gestellt. „Keiner glaubt für sich allein. Keiner hofft für sich allein. Keiner liebt für sich allein“, betonte er in seiner Predigt in dem Gottesdienst, der traditionell der jährliche Treffpunkt hunderter Messdienerinnen und Messdiener aus dem ganzen Bistum Essen ist. Coronabedingt konnten diesmal nur eine Handvoll Ministranten aus St. Medardus in Lüdenscheid, St. Marien in Schwelm und St. Ludgerus in Essen-Werden mit Bischof Overbeck und den beiden Pfarrern Christian Becker aus St. Michael in Duisburg-Meiderich und Thomas Köster in St. Franziskus, Bochum, sowie Messdiener-Seelsorger Sven Christer Scholven die Messe feiern, in der einmal im Jahr die heiligen Öle geweiht werden, die die Gemeinden für Krankensalbungen, Taufen und Firmungen verwenden.

„Gemeinschaft des Betens in Stellvertretung für viele“

Zusammen mit den Messdienern, die den Gottesdienst am Livestream mitfeierten, stünden die Ministranten und Priester im Dom „stellvertretend für unser ganzes Bistum“, so Overbeck. Denn trotz Corona gebe es „die Gemeinschaft des Betens in Stellvertretung für viele“. Das werde in jeder Messe gerade in den Fürbitten deutlich. Zudem seien gerade die Ministranten oft in einer Stellvertreter-Rolle, erinnerte der Bischof, wenn diese „mit wenigen Gläubigen in der Heiligen Messe ihren Dienst tun.“

Neben dem Gebet betonte Overbeck auch die tätige Nächstenliebe, die das „Leben für andere und von anderen“ ausmache – gerade in der Corona-Pandemie: „Ich bin mir gewiss, dass viele von Ihnen und euch stille Dienste für andere getan und anderen geholfen haben, durch dieses schwere Jahr zu kommen, indem sie nicht allein waren, indem Ihnen bei ihren Alterssorgen geholfen worden ist, indem Kranke besucht, Sterbende begleitet und Tote begraben worden sind.“ Es gehe um „gegenseitige Hilfe und Einstehen füreinander, vor allem dort, wo der eine oder die andere keine Kraft mehr haben und nicht mehr weiter können“, so Overbeck. Dies gelte gerade auch im weltweiten Zusammenhang, sagte er mit Blick auf seine Erfahrungen als Bischof für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat.

Auch in einer kleiner werdenden Kirche, bleibe das stellvertretende Engagement für andere, hob der Bischof hervor: „Mögen wir als Kirche auch noch so klein werden, der Wirkungsraum bleibt. Mögen auch noch so wenige Menschen sichtbar präsent sein, viele sind in der Kraft von Gottes gutem Geist mit uns verbunden.“

„Kirche lebt von der Stellvertretung Jesu Christi“

Deutlich werde diese Kraft in den Sakramenten, für die die heiligen Öle verwendet werden, „Zeichen, die darstellen, was Gott wirkt, wenn wir zu ihm beten und ihn in ganz besonderen Anliegen bitten“. Immer gehe es dabei darum, „dass hier zuerst Jesus Christus in der Kraft seines Geistes handelt und für uns tut, was wir selbst nicht tun können, nämlich uns Gottes Geist, seine Kraft und seinen wandelnden Segen zuzusprechen“. So lebe die Kirche „von der Stellvertretung Jesu Christi für uns“. 

Die Predigt des Bischofs im Wortlaut (pdf)

Die Chrisam-Messe 2021

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