von Jens Albers

Bistumsleitung trifft Betroffene sexualisierter Gewalt zum persönlichen Austausch

Knapp 30 Betroffene sexualisierter Gewalt sind einer Einladung von Bischof ‎Franz-‎Josef Overbeck zu einem Begegnungsabend in der Katholischen Akademie ‎‎„Die ‎Wolfsburg“ in Mülheim gefolgt. Ohne festes Programm standen persönliche ‎‎Gespräche und das gegenseitige Zuhören im Mittelpunkt.‎

Zu einem Abend der Begegnung hat der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck Betroffene sexualisierter Gewalt eingeladen. Knapp 30 Betroffene kamen dazu in die Katholische Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim. Overbeck griff mit der Einladung eine Anregung des Betroffenenbeirats im Bistum Essen auf. Bewusst gab es an diesem Abend keine Tagesordnung und kein festes Programm. Im Mittelpunkt sollte die persönliche Begegnung stehen. „Das ist nicht selbstverständlich, dass es einen solchen Abend gibt“, machte Claudia Marcinek, Referentin für Betroffenenarbeit im Bistum Essen, zur Begrüßung deutlich.

Viele Betroffene sexualisierter Gewalt verbinden mit der katholischen Kirche großes Leid. In den vergangenen Jahren hat das Bistum Essen verschiedene Schritte unternommen, um sexualisierte Gewalt aufzuarbeiten und Betroffenen Anerkennung und Unterstützung zukommen zu lassen. Zugleich leiden viele Betroffene bis heute unter den Folgen der ihnen zugefügten Gewalt und bewerten die bisherigen Schritte als nicht ausreichend.

Persönliche Gespräche im Mittelpunkt

Neben der institutionellen Aufarbeitung sind in den vergangenen Jahren auch Kontakte entstanden – zwischen Betroffenen sowie zwischen Betroffenen und Verantwortlichen des Bistums. Beim Begegnungsabend wurde dies besonders deutlich. Beim gemeinsamen Essen und bei Getränken entwickelte sich eine offene Atmosphäre, in der viel Raum für Gespräche und gegenseitiges Zuhören war. Viele Betroffene nutzten die Gelegenheit, Bischof Overbeck und dem Generalvikar persönlich von ihren Erfahrungen zu erzählen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

„Ich danke allen, die heute ihre Erfahrungen und Erwartungen mit uns geteilt haben. Die Gespräche werden mich über diesen Tag hinaus beschäftigen. Den heutigen Abend habe ich als wertvoll und bewegend erlebt. Wenn auch bei den Betroffenen der Wunsch danach besteht, möchten wir solche Begegnungen gerne fortsetzen.“, unterstrich Overbeck zum Abschluss des Abends.

Pressestelle Bistum Essen

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