von Thomas Rünker

Bistum wertet Rückmeldungen zum Entwicklungsprogramm „Christlich leben. Mittendrin.“ aus

Auf sieben Regionalkonferenzen haben in den vergangenen Wochen rund 700 Menschen über die geplanten Veränderungen im Entwicklungsprogramm „Christlich leben. Mittendrin.“ diskutiert. Anschließend sollten die Teilnehmenden Rückmeldungen geben, wie die vorgeschlagenen Modelle für die künftigen Stadt- und Kreispfarreien sowie die geplanten Netzwerke in den Stadt- und Kreiskirchen noch verbessert werden können.

Rund 700 Menschen haben sich für die verschiedenen Regionalkonferenzen angemeldet, bei denen Vertreterinnen und Vertreter des Bistums Essen in den vergangenen Wochen zwischen Duisburg, Gelsenkirchen und Lüdenscheid Ideen für „Christlich leben. Mittendrin.“ vorgestellt haben. Dieses Programm wird das Bistum Essen in den kommenden Jahren spürbar verändern: Um als Kirche zwischen Rhein, Ruhr, Emscher und Lenne auch in Zukunft mitten in der Gesellschaft präsent zu sein, sollen in den kommenden Jahren in verschiedenen Kommunen des Bistums alle katholischen Organisationen und Einrichtungen künftig deutlich enger als bislang miteinander verbunden und die Pfarreien zu größeren Einheiten zusammengeführt werden. So haben sich zum Jahresbeginn bereits die Pfarreien in Oberhausen und Bottrop zu Stadtpfarreien zusammengeschlossen, wie dies in Gladbeck bereits schon lange der Fall ist. Als Stadt- oder Kreiskirche sollen so neue Netzwerke entstehen, die in Zukunft das Gesicht der katholischen Kirche im Bistum Essen entscheidend prägen werden.

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Regionalkonferenzen als „Einübung einer wirksamen Beratungskultur“

„Die Regionalkonferenzen haben kritische und darin zugleich wichtige Resonanzen zum Programm ,Christlich Leben. Mittendrin.‘ und zu den vorgestellten Gremienmodellen erbracht“, resümiert Markus Potthoff, Leiter des Ressorts Kirchenentwicklung. Dies sei „die Einübung einer wirksamen Beratungskultur“. Gemeinsam mit „Christlich leben. Mittendrin.“-Programmmanager Johannes Vutz hat jeweils ein Mitglied aus dem Leitungsteam des Bischöflichen Generalvikariats bei einer der insgesamt sieben Regionalkonferenzen die Hintergründe und die konkreten Ideen des Entwicklungsprogramms vorgestellt. Für Vutz haben diese Veranstaltungen deutlich gemacht, „dass wir im Bistum Essen nicht einfach Strukturen verändern, sondern einen gemeinsamen Lern- und Handlungsprozess gestalten. Die unterschiedlichen Resonanzen geben uns den Auftrag, Zielbild, Rollen, Verantwortungsebenen und Beteiligungsformate sensibel weiter zu präzisieren. Wichtig ist, dass wir dabei sowohl Klarheit in der Richtung als auch Offenheit im Dialog sichern."

Modelle für Stadtpfarreien oder Kreiskirchen

Im Zentrum der Regionalkonferenzen standen die bislang entwickelten Modelle für die Struktur der künftigen Stadt- und Kreispfarreien sowie für die Netzwerke der neuen Stadt- oder Kreiskirchen. Ausdrücklich betonten die Referentinnen und Referenten, dass es sich dabei um Ideen und nicht um feste, vorgegebene Pläne handelt. Auf Basis dieser Ideen sollten die Mitglieder der Pfarrei-Gremien – Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände –, Vertreterinnen und Vertreter anderer katholischer Organisationen und Einrichtungen sowie interessierte Kirchenmitglieder den Bistumsverantwortlichen Rückmeldungen für die Weiterentwicklung geben.

Schon während der Regionalkonferenzen meldeten sich Teilnehmende mit sehr unterschiedlichen Eindrücken: Einige kritisierten den vorgelegten Terminplan als zu ehrgeizig, andere signalisierten, dass sie in ihrer Stadt bereits Ansätze eines Stadtkirche-Netzwerks leben. Und während die Ideen in Städten wie Bochum oder Gelsenkirchen bereits in den kommenden Monaten immer konkreter werden dürften, sind die Perspektiven für die ländlichen Regionen des Bistums im Märkischen oder im Ennepe-Ruhr-Kreis derzeit noch weniger entwickelt.

Professionalisierung der Verwaltungsstrukturen

Birgit Sponheuer, Mitglied des Kirchenvorstands der Essener Innenstadtpfarrei St. Gertrud, fand die Regionalkonferenzen hilfreich, um einen Überblick über „Christlichen leben. Mittendrin.“ zu bekommen. Sie erwartet nun durch die geplanten größeren Strukturen vor allem „eine Professionalisierung unserer Verwaltungsstrukturen“. Sponheuer verweist beispielhaft auf anstehende Änderungen im Steuerrecht, durch die Pfarreien immer stärker wie normale Unternehmen betrachtet werden: „Hier hilft es uns, wenn wir in größeren Pfarreien unsere bisherigen Verwaltungskräfte zu Teams zusammenführen und dann Spezialistinnen und Spezialisten für Finanz-, Immobilien- oder Personalthemen haben.“ Anders als im Modell für die Stadtpfarreien bislang vorgesehen, fände sie es wichtig, auch im künftigen Pfarrei-Vorstand mit haupt- und ehrenamtlichen Kräften zusammenzuarbeiten: „Wir haben so viel ehrenamtliches Know-how, darauf sollten wir auch in Zukunft nicht verzichten“, so Sponheuer.

Sorge vor hohem Zeitaufwand für die Gremien

„Die Regionalkonferenz am 4. Februar bei uns in Schwelm war für unser Kreisdekanat der Startschuss für ,Christlich leben. Mittendrin.‘, wobei nach wie vor viele Punkte offen sind und entwickelt werden müssen“, sagt Matthias Braun, Mitglied im Pfarrgemeinderat der Kirchengemeinde St. Marien in Schwelm, Ennepetal und Gevelsberg. Er sehe durchaus die Notwendigkeit der Veränderung und Weiterentwicklung der Pfarreien, könne aber derzeit die angestrebte Entlastung des Ehrenamtes noch nicht erkennen. „,Christlich leben. Mittendrin.‘ wird in den kommenden Monaten für die Gremien zunächst einen hohen Zeitaufwand bedeuten“, gibt Braun einen wichtigen Hinweis für die weiteren Planungen des Programms.

Gemeinsamer Rat wertet die Rückmeldungen aus

Die eingegangenen Rückmeldungen werden nun sortiert, gebündelt und dann dem Gemeinsamen Rat im Bistum Essen vorgelegt. Dieses Beratungs- und Entscheidungsgremium des Bistums wird die Rückmeldungen bewerten und dem Bischof sowie den ‎Verantwortlichen der Bistumsleitung Empfehlungen geben, um den weiteren ‎Prozess zu gestalten und dabei auch die notwendigen strukturellen ‎Entscheidungen zu treffen, insbesondere für die künftigen Gremien der Pfarreien. Der weitere Zeitplan sieht dann eine schrittweise Umstellung in den einzelnen Städten und Kreisen vor, die sich nach derzeitigem Stand je nach Ort bis in das Jahr 2031 dauern und bei Bedarf entsprechend aktueller Entwicklungen angepasst wird.

Ansprechperson

Programm-Manager Christlich leben. Mittendrin.

Johannes Vutz

Zwölfling 16
45127 Essen

Pressestelle Bistum Essen

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