von Thomas Rünker

Bistum Essen startet Innovationslabor für kreative, neue Kirchenideen

Neue Ideen für Pfarreien, kirchliche Schulen, Verbände oder andere Einrichtungen will das neue digitale Innovationslabor des Bistums Essen fördern und miteinander vernetzen. ‎„Wir wollen radikale Innovation, nicht nur ein bisschen Anpassung“, sagt Bianka Mohr, die das neue Innovationslabor koordiniert.

Die katholische Kirche verändert sich ständig – deshalb ermutigt das Bistum Essen nun mit seinem neuen Innovationslabor, diese Veränderungen aktiv mitzugestalten. „Wir begleiten dich und dein Team fachlich, fördern dein Vorhaben finanziell und machen innovative Projekte sichtbar“, beschreibt die zentrale Internetseite www.innovation.bistum-essen.de das Angebot für alle, die in Pfarreien, Verbänden, Schulen oder anderen Einrichtungen des Ruhrbistums Angebote starten möchten, die die Kirche nach vorn bringen. Neu ist dabei vor allem die Breite der Unterstützungsstruktur für Ehrenamtliche wie Hauptberufliche, die eine Idee in der Kirche umsetzen möchten. „Wir beraten mit ganz unterschiedlichem Know-how aus unserem Haus, sorgen mit unserer Community für eine Sichtbarkeit aller Innovationsideen und können mit einem neuen Innovationsfonds zumindest eine Anschubfinanzierung anbieten“, beschreibt Bianka Mohr, Leiterin der Abteilung Entwicklung pastoraler Handlungsorte im Bischöflichen Generalvikariat, die Perspektiven des Innovationslabors.

Mohr: „Wir wollen radikale Innovation, nicht nur ein bisschen Anpassung.“

Mohr betont: „Wir wollen radikale Innovation, nicht nur ein bisschen Anpassung.“ Von diesem Ziel soll sich jedoch niemand abschrecken lassen. „Wer eine Idee hat, soll sich bei uns melden – dann schauen wir gemeinsam, womit und wie wir unterstützen können“, so Mohr. Grundsätzlich unterscheidet die Innovationsförderung des Bistums zwischen den Kategorien „Kleines Experiment“ und „Großes Experiment“. Wer eine vergleichsweise kleine Idee hat, die ein neuer oder ungewöhnlicher Ansatz in einem bestimmten Kontext – zum Beispiel der eigenen Pfarrei oder einer Stadt – ist, sich an eine bestimmte Zielgruppe richtet und einige weitere Innovationskriterien erfüllt, kann diese Idee auf der Internetseite in einem kurzen Antrag beschreiben und diesen direkt einreichen. Für „kleine Experimente” steht eine Fördersumme von bis zu 1000 Euro je Projekt zur Verfügung. Das Team hinter einem „großen Experiment” wird sogar durch ein spezielles Coaching begleitet. Wer unsicher ist, ob er oder sie ein kleines oder großes Experiment im Kopf hat oder die eigene Idee überhaupt ins Innovationslabor des Bistums passt, kann online einen Test machen: „Finde deine passende Förderung - in 90 Sekunden“, lautet das Versprechen – und nach einigen Fragen zum Beispiel zur Art der Idee oder zur möglichen Zielgruppe steht am Ende ein konkreter Vorschlag, wie es weitergehen kann.

Fördern, Innovationen sichtbar machen und vernetzen

Dreiköpfiges Team berät und vernetzt

Bianka Mohr ist Teil des dreiköpfigen InnoSupport Teams des Bistums Essen, zu dem auch Björn Szymanowski, Bereichsleiter Pastoralentwicklung, und die Innovationsmanagement-Referentin Franziska Wyschka gehören. Gemeinsam berät und sichtet das Team die Anträge, gibt Empfehlungen in den Coaching-Prozessen und entscheidet gemeinsam mit der InnoJury, zu der jeweils inhaltlich passende externe Fachleute gehören, über die Förderung.

Neben der reinen Förderung geht es im Innovationslabor auch darum, neue Entwicklungen sichtbar zu machen und Menschen mit guten Ideen zu vernetzen. So bietet die Webseite eine Karte des Bistums, auf der nach und nach immer mehr innovative Orte erscheinen sollen, verlinkt mit konkreten Beschreibungen und Kontakten, so dass man voneinander lernen kann. Zum Start verweist die Karte zum Beispiel auf das Café Mary & Joe im Ökumenischen Kirchenzentrum am Centro in Oberhausen, auf das „WatLokal“ der Pfarrei St. Gertrud in Bochum-Wattenscheid und auf die umgebaute Kirche St. Theresia in Essen-Stadtwald, die nun neben einer neuen KiTa, Gemeinderäumen und einer Kapelle den ersten offiziellen Kulturort des Bistums beherbergt.

Zudem soll es nicht nur bei digitalen Informationen bleiben, sondern auch weitere Präsenz-Treffpunkte für die innovative Community geben – so wie die „Denkbar“, zu der das Bistum im Oktober unter der Überschrift „Geistesblitz gesucht – Kreativitätsmethoden für gute Ideen vor Ort“ in die Erlebniswerkstatt Essen eingeladen hatte. „Wir suchen keine Eigenbrötler, sondern vor allem Menschen die Lust haben, von ihren guten Ideen zu erzählen. Vielleicht findet sich gerade so für manche Idee, die in der eigenen Umgebung gerade nicht gefragt ist, ein neuer Ort, an dem sie begeistert aufgegriffen wird“, beschreibt Mohr den Mehrwert der Vernetzung.

Nächster Stichtag: 1. März

Einmal im Quartal wird über die neu eingegangenen Innovationsanträge entschieden – nächster Stichtag ist der 1. März. „Vielleicht bieten sich ja gerade die kommenden Feier- und Ferientage an, die ein oder andere Idee zu entwickeln und ein wenig zu konkretisieren, um sie im neuen Jahr endlich in die Tat umzusetzen“, setzt Mohr auf das innovative Potenzial im Bistum Essen. „Wir freuen uns auf möglichst viele neue Anträge und stehen für Beratungen mit unserem ganzen Team bereit.

Ansprechpersonen

Abteilungsleitung Entwicklung pastoraler Handlungsorte

Bianka Mohr

Zwölfling 16
45127 Essen

Bereichsleiter Pastoralentwicklung

Dr. Björn Szymanowski

Zwölfling 16
45127 Essen

Referentin für Innovationsmanagement

Franziska Wyschka


Pressestelle Bistum Essen

Zwölfling 16
45127 Essen