von Thomas Rünker

Bistum Essen beauftragt acht neue Ehrenamtliche für den Beerdigungsdienst

Fünf Frauen und drei Männer aus Essen, Hattingen und Gelsenkirchen leiten in ihren Pfarreien künftig eigenständig Beerdigungsgottesdienste. Mittlerweile engagieren sich es im Bistum Essen bereits in zwei Drittel der 40 Pfarreien insgesamt 60 Ehrenamtliche im Beerdigungsdienst.

In einem festlichen Gottesdienst im Essener Dom hat Domkapitular Michael Dörnemann am Donnerstag acht Männer und Frauen als neue ehrenamtliche Leiterinnen und Leiter von Beerdigungen in Pfarreien in Essen, Hattingen und Gelsenkirchen beauftragt. Nach einem mehrmonatigen Kurs werden die Ehrenamtlichen künftig in der regulären Trauer-Seelsorge ihrer Pfarreien eingesetzt. Dort übernehmen sie Kondolenzgespräche, die Vorbereitung und Leitung von Trauer-Gottesdiensten und Beisetzungen. Bistumsweit sind neben Priestern, Diakonen und Gemeindereferentinnen und -referenten mittlerweile in zwei Drittel der 40 Pfarreien insgesamt 60 Ehrenamtliche als Leiterinnen und Leiter von Beerdigungen im Einsatz.

Dem Thema Tod schon ein ganzes Leben lang verbunden

Wie unterschiedlich die Zugänge zu diesem Ehrenamt sind, zeigen die Beispiele von Beate Szewczyk aus Gelsenkirchen und Brigitte Lammert-Narres aus Essen, zwei Teilnehmerinnen des aktuellen Kurses. Während Szewczyk in der Gelsenkirchener Pfarrei St. Augustinus bereits seit vielen Jahren verschiedenste Ehrenämter übernommen hat und sich nach Kinderchorleitung, Küsterdienst und Wort-Gottes-Feiern schon seit Längerem auch der besonderen Gottesdienstform Beerdigung nähern wollte, ist Brigitte Lammert-Narres dem Thema Tod bereits ihr ganzes Leben lang verbunden: „Schon meine Mutter hat Sterbende begleitet und Tote gewaschen“, erzählt sie. Heute engagiert sich Lammert-Narres selbst bereits seit über 25 Jahren als ehrenamtliche Begleiterin von Sterbenden und Trauernden in der Essener Pfarrei St. Josef, Ruhrhalbinsel. Jetzt ergänzt ihr Dienst als Beerdigungs-Leiterin ihr vielfältiges Engagement rund um das Thema Trauer.

„Ich mache das mit den Beerdigungen wirklich gerne“

Die erste selbst geleitete Beerdigung haben beide Frauen schon vor ihrer offiziellen Beauftragung absolviert. „Noch während unser Kurs lief ist mein Bruder gestorben – und ich habe die Beerdigung geleitet“, berichtet Beate Szewczyk. In der konkreten Situation habe ihr ihr Engagement geholfen, ihre eigene Trauer zu verarbeiten – und sie zugleich in ihrem neuen Ehrenamt bestärkt. „Danach wusste ich: Das passt.“ Bei Lammert-Narres war der Suizid eines guten Bekannten traurigen Anlass für ihre Beerdigungs-Premiere: „Da hatte ich vorher schon ein bisschen Bammel“, gibt sie zu. Doch nach dem Gottesdienst habe sie ein ähnlich bestärkendes Gefühl gespürt wie ihre Kurskollegin Szweczyk. Die sagt heute: „Es klingt vielleicht ein bisschen komisch: Aber ich mache das mit den Beerdigungen wirklich gerne.“

Neuer Kurs startet im Januar

Katholische Christen, die selbst als Ehrenamtliche Beerdigungen leiten möchten, können sich bei ihrer Pfarrei melden. Ein neuer Qualifizierungskurs mit 13 Tagesveranstaltungen startet im Januar 2022.

Kurs vermittelt Glaubensinhalte und praktische Tricks

Im Qualifizierungskurs des Bistums stand in erster Linie der eigenen Glaube und der persönliche Umgang mit dem Tod im Fokus. „Als Katholikin kennt man sich ja mit Ostern und der Hoffnung auf die Auferstehung aus. Aber sich noch einmal so intensiv damit zu beschäftigen war wirklich bereichernd und auch erleichternd“, sagt Szewczyk. Geleitet wurde der Kurs von Theresa Kohlmeyer, Leiterin der Abteilung Glaube, Liturgie und Kultur im Bistum Essen, und der Gelsenkirchener Gemeindereferentin Elvira Neumann. Beide präsentierten der Kurs-Gruppe neben großen Glaubensfragen auch ganz praktische Themen: Wie führt man ein Kondolenzgespräch, wie formuliert man eine Traueransprache – und wie segnet man eigentlich einen Sarg? Als Mentorinnen und Mentoren ließen zudem Seelsorgerinnen und Seelsorger die Beerdigungs-Neulinge von ihren Erfahrungen profitieren.

Alle acht neu beauftragten Ehrenamtlichen werden in den kommenden Wochen mit ihren Pfarreien klären, wann und wie oft sie künftig Tote bestatten werden. Während Szewczyk in Gelsenkirchen sich „vielleicht eine Beerdigung pro Woche“ vorstellen kann, geht Lammert-Narres in Essen davon aus, dass sie wohl auch den ein oder anderen derer beerdigen wird, die zuvor von ihr als Sterbende begleitet wurden.

Leiterin der Abteilung Glaube, Liturgie und Kultur

Dr. Theresa Kohlmeyer

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