von Thomas Rünker

Bistum beteiligt sich an neuem Netzwerk für Frauen in Führungspositionen

Frauen in der Leitung großer Ruhrgebiets-Konzerne und Organisationen haben sich am Montag beim Auftakttreffen des Netzwerks „Her Summit“ getroffen. Mit dabei waren auch die beiden Ressortleiterinnen Judith Wolf und Christiane Gerard aus der Verwaltung des Bistums Essen. Egal ob Kirche oder Großkonzern: In vielen einst männerdominierten Chefetagen sind die Fragen der Frauenförderung ähnlich.

Zwischen Konzernchefinnen, Geschäftsführerinnen und Abteilungsleiterinnen haben am Montagnachmittag auch zwei Ressortleiterinnen des Bistums Essen beim „Her Summit“ (deutsch: „ihr Gipfel“) teilgenommen, dem ersten Treffen eines neuen Netzwerks einflussreicher Frauen im Ruhrgebiet. Organisiert vom Initiativkreis Ruhr und dem Thyssenkrupp-Konzern haben sich im Essener Thyssenkrupp-Quartier rund 140 Frauen über die Arbeit in oft traditionell von Männern dominierten Leitungsjobs und Branchen ausgetauscht. Mit dabei waren unter anderem die Gastgeberin und Vorsitzende des Thyssenkrupp-Vorstands, Martina Merz, die Chefin der Krupp-Stiftung, Ursula Gather, die Vorstandsvorsitzende der Eon-Tochter Westenergie, Katherina Reiche, und Sopna Sury, im Vorstand von RWE Generation verantwortlich für das Wasserstoff-Geschäft – allesamt Frauen, die die ersten weiblichen Führungskräfte auf ihren verantwortungsvollen Stellen in ihren teils sehr traditionsreichen Organisationen sind. Auch den einst vom Bistum Essen mitgegründete Initiativkreis Ruhr führt seit dem vergangenen Sommer mit Anette Bickmeyer erstmals eine Frau.

Zwei Frauen im fünfköpfigen Leitungsteam der Bistumsverwaltung

Christiane Gerard, Leiterin des Ressorts Personalmanagement und Interne Services im Generalvikariat des Bistums Essen, und Judith Wolf, Leiterin des Ressorts Kulturentwicklung und zugleich Chefin der Mülheimer Bistumsakademie „Die Wolfsburg“, geht es da nicht anders. Wolf ist seit knapp drei Jahren die erste Frau an der Spitze der über 60 Jahre alten Katholischen Akademie – und seit Anfang dieses Jahres Ressortsleiterin. Zusammen mit Gerard ist sie damit eine von zwei Frauen im neuen fünfköpfigen Leitungsteam des Bistums Essen, das zusammen mit Generalvikar Klaus Pfeffer und zwei weiteren Ressortleitern die Verwaltung des Ruhrbistums koordiniert.

In einem Workshop beim Netzwerktreffen im Essener Thyssenkrupp-Quartier stellte Wolf ihre Überlegung zur Wirkung und zur Karriere von Frauen in einer Organisiation vor, in der – bislang – vor allem Männer das Sagen haben. Auch wenn der Blick auf die Kirche für viele der vor allem in der Wirtschaft tätigen Frauen ungewöhnlich war, waren viele Perspektiven für die Teilnehmerinnen durchaus vergleichbar: Immerhin liegt der Anteil weiblicher Top-Führungskräfte sowohl in den deutschen katholischen Bistümern als auch in den Dax-40-Vorständen – nach deutlichen Aufholjagden in den vergangenen Jahren – derzeit jeweils bei etwa 20 Prozent.

Mehr Vielfalt und eine offene Führungskultur

Als „Gelingens-Faktoren“, um Frauen in die Führung männerdominierter Organisationen zu bringen, nannte Wolf zum Beispiel die Einsicht, dass eine größere Vielfalt des Personals für jede Organisation ein Vorteil ist. Eine offene Führungs- und Feedbackkultur sei eine weitere Basis für einen Wandel von der reinen Chefetage hin zu mehr Gleichberechtigung in der Führung. Die „Wolfsburg“-Chefin sprach sich aber auch für konkrete Maßnahmen aus, etwa die konsequente Umsetzung zuvor definierter Ziele, etwa über Frauen-Quoten und eine gezielte Personalauswahl. Zugleich brauche es auch auf der Führungsebene eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Von den wenigen Frauen in Führungspositionen seien nur knapp die Hälfte auch Mütter.

Über die katholische Perspektive auf weibliche Führungskräfte hatten am Freitag Andrea Qualbrink, Co-Leiterin des Bereichs Pastoralentwicklung im Ruhrbistum, und Weihbischof Ludger Schepers auf dem Katholikentag gesprochen – mit ähnlichen Perspektiven wie Wolf am Montag in Essen. Auf dem „Her Summit“ wurde dabei deutlich, dass es neben kirchenspezifischen Fragen – zum Beispiel zur bislang nur Männern offenstehenden Weihe von Diakonen, Priestern und Bischöfen – auch viele gemeinsame Fragen zwischen der Katholischen Kirche und großen Wirtschaftsunternehmen und Verwaltungen gibt, wenn es um mehr Frauen in Führungspositionen geht.

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Leitung Ressort Kulturentwicklung

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