Bischofskonferenz wählt Overbeck zum Vorsitzenden neuer Kommission Glaube und Wissenschaft
Bischof Overbeck beim morgendlichen Gottesdienst am Donnerstag vor Beginn der Beratungen am Abschlusstag der Bischofskonferenz-Vollversammlung. Foto: Marko Orlovic | DBK
Auf ihrer Vollversammlung in Fulda haben die deutschen katholischen Bischöfe den Essener Bischof Franz-Josef Overbeck zum Vorsitzenden ihrer neuen Kommission Glaube und Wissenschaft gewählt. Sie ist eine der acht neuen Kommissionen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), die im Zuge einer Strukturreform aus den bislang 14 Kommissionen hervorgegangen sind. Die Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz ist am Donnerstag mit der Abschlusspressekonferenz zu Ende gegangen.
Kommission Glaube und Wissenschaft berät Fragen an Glaubenslehre der Kirche
Bislang gab es in der Deutschen Bischofskonferenz 14 Kommissionen. In dieser Struktur leitete Overbeck zuletzt die sogenannte Glaubenskommission. Die neue Kommission Glaube und Wissenschaft berät laut DBK „zu Überlegungen und Anfragen, die sich an die Glaubenslehre der Kirche richten, wie etwa zum Gottesbild, zum Sakramentenverständnis oder zur Bedeutung des Amtes in der Kirche“. Dazu zählten auch Fragen der Bioethik „sowie weitere ethische Fragen der Biowissenschaften und der modernen Medizin und insbesondere Fragen des Schutzes menschlichen Lebens“. Die Kommission verfolge aktuelle Entwicklungen in der Wissenschaft und trage insbesondere Sorge für das Studium der katholischen Theologie. Zudem begleite sie theologische und katholische Hochschul- und Wissenschaftseinrichtungen. Darüber hinaus trage die Kommission Verantwortung für die bischöflichen Werke der Studienförderung – die Begabtenförderungseinrichtung Cusanuswerk und den Katholischen Akademischen Austauschdienst (KAAD) – und unterstütze die überdiözesanen Strukturen der katholischen Erwachsenenbildung.
Was sagt die Heilige Therese von Lisieux über Glauben und Freiheit?
Im Gottesdienst der Vollversammlung am Donnerstagmorgen hat Bischof Overbeck dazu aufgerufen, das Hören auf Jesus Christus und den Dienst am Nächsten nicht voneinander zu trennen. „Radikal christlich zu leben bedeutet, bei Jesus zu sein und zugleich zu wissen, dass es unmöglich ist, untätig zu bleiben“, sagte Overbeck in Fulda. Dies zeige auch das Vorbild der heiligen Therese von Lisieux (1873 – 1897), deren Namenstag die Kirche am 1. Oktober feiert. „Gerade im Vertrauen auf das Handeln Jesu liegt für Therese der Grund des eigenen Tuns. Wer alles von ihm erwartet, wird frei, aus seiner Liebe heraus verantwortlich zu handeln“, so Overbeck in seiner Predigt. Eine solche Haltung könne auch dabei helfen, „die offenen Fragen im gegenwärtigen Wandel der Kirche auszuhalten“ und Entscheidungen zu treffen.
