Bischofskonferenz wählt in Würzburg einen neuen Vorsitzenden
Bischof Georg Bätzing hat am Montag zum letzten Mal die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz eröffnet. Am Dienstag wählt das Gremium einen neuen Vorsitzenden. Foto: Deutsche Bischofskonferenz / Marko Orlovic
Zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) hat deren scheidender Vorsitzender, Bischof Georg Bätzing, seine Amtsbrüder dazu aufgerufen, das Kirchenvolk an wichtigen Entscheidungen zu beteiligen. „Da wird sich niemand entziehen können“, sagte Bätzing am Montag, 23. Februar 2026, in Würzburg. Dass Bischöfe den Gläubigen Rechenschaft geben müssten, sei keine Erfindung des deutschen Reformprojekts Synodaler Weg, sondern entspreche den weltkirchlichen Vorgaben.
Es gehe nicht darum, dass alle Bischöfe immer dieselben Entscheidungen treffen müssten, betonte Bätzing. „Der Bischof entscheidet in seiner Diözese mit seinen synodalen Gremien, und da kann niemand hineingrätschen.“ Bei der letzten Vollversammlung des Synodalen Wegs Ende Januar in Stuttgart war beschlossen worden, dass ein Beratungs- und Entscheidungsgremium von Bischöfen und Laien künftig die Umsetzung von Reformbeschlüssen in den Bistümern überprüfen soll. Die Bischöfe beraten in Würzburg darüber, ob sie die Satzung der geplanten Synodalkonferenz absegnen. Das neue Gremium auf Bundesebene soll im November seine Arbeit aufnehmen. Einige konservative Bischöfe stellen sich gegen diesen Plan.
Dienstag wählt die Bischofskonferenz einen neuen Vorsitzenden
Am Dienstag wählt die Bischofskonferenz einen neuen Vorsitzenden. Der Limburger Bischof Bätzing - seit 2020 an der Spitze der Bischofskonferenz - hatte angekündigt, nicht erneut für das Amt zur Verfügung zu stehen. Auch mit Blick auf die unterschiedlichen Einschätzungen der Bischöfe zum Reformprojekt Synodaler Weg rechnet Bätzing nicht damit, dass sein Nachfolger eine große Einmütigkeit unter den Oberhirten herstellen kann. „Er möge die Unterschiede, die es gibt, und die Konflikte, die es auch weiter geben wird, so moderieren, dass wir einander verstehen können“, sagte er. „Ich glaube nicht, dass es in naher Zukunft so sein wird, dass wir in allen Fragen, die anstehen, in ganz dieselbe Richtung gehen.“
Neben der Neuwahl des Vorsitzenden und den Beratungen zur künftigen Synodalkonferenz stehen unter anderem ein Studientag zum christlich-muslimischen Dialog, Beratungen zu aktuellen Fragen im Themenfeld sexueller Missbrauch, der Entwurf einer Arbeitshilfe zur Ehrenamts- und Engagemententwicklung und die aktuelle Lage der christlichen Minderheiten im Nahen Osten auf der Agenda der Bischöfe. Die Frühjahrsvollversammlung endet am Donnerstagmittag.
