Bischofskonferenz startet mit Wahl des Vorsitzenden

Bei der Frühjahresvollversammlung in Mainz stehen neben Personalfragen auch Diskussionen über den Synodalen Weg oder die aktuelle Situation in Syrien auf dem Programm.

Begleitet von einem großen Medieninteresse haben sich die katholischen deutschen Bischöfe am Montag, 2. März, in Mainz zu ihrer Frühjahrsvollversammlung getroffen. Stand schon seit Wochen die „turnusmäßige Wahl des Vorsitzenden“ auf der Agenda, so hat diese Wahl durch die Absage des bisherigen Amtsinhabers Kardinal Reinhard Marx aus dem Erzbistum München und Freising mit Blick auf eine weitere Amtszeit für neue Spannung gesorgt.

Neben dieser für Dienstag geplanten Wahl werden die aktuell 69 deutschen Bischöfe – darunter aus Essen Bischof Franz-Josef Overbeck und die beiden Weihbischöfe Ludger Schepers und Wilhelm Zimmermann – auf ihrer bis Donnerstag laufenden Vollversammlung unter anderem über die ersten Treffen des Reformdialogs „Synodaler Weg“ diskutieren. Mit der ersten, unter anderem von Ruhrbischof Overbeck moderierten Synodalversammlung waren die meisten Teilnehmer zufrieden, doch gerade aus den Reihen der Bischöfe gab es auch Kritik. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass dieser Synodale Weg einen Beitrag dazu leistet, dass die Themen, die uns als Kirche in Deutschland und in der Weltkirche schon länger beschäftigen, gründlich und mit einer respektvollen Art dem anderen gegenüber behandelt werden“, sagte Kardinal Marx am Montag vor Beginn der Beratungen.

Demonstrationen begleiten Auftakt der Vollversammlung

Zudem wird die Vollversammlung sich erneut mit Fragen zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs befassen. „Eine wichtige Frage ist, wie wir die Anerkennung von Leid ausdrücken können, auch finanziell“, sagte Marx. Der Auftakt der Vollversammlung war von Demonstrationen verschiedener Gruppierungen begleitet. Neben der Initiative „Eckiger Tisch“, die von Missbrauch Betroffene vertritt, waren in Mainz auch „Wir sind Kirche“, „Maria 2.0“ und die kirchenkritische Giordano-Bruno-Stiftung präsent.

Ein weiteres Thema der Vollversammlung wird die Lage in Syrien sein, über die den Bischöfen der Apostolische Nuntius in Damaskus, Kardinal Mario Zenari, berichten wird. Angesichts der aktuellen Ereignisse in den Kriegsgebieten und an der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland zeigte sich Marx sehr besorgt. „Dass wir uns da raus halten können und sagen ,Das geht uns nichts an‘ halte ich für unwahrscheinlich und nicht akzeptabel", so Marx. Europa müsse „eine Antwort finden". Zugleich werde die Kirche nach Wegen suchen, den Betroffenen vor Ort zu helfen.

Weitere Diskussionspunkte der Bischofskonferenz werden das Nachsynodale Schreiben von Papst Franziskus zur Amazonassynode sein sowie die Planungen zum 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt am Main.

Die Bischofskonferenz braucht auch einen neuen Sekretär - oder eine Sekretärin

Nicht offiziell auf der Agenda, aber mindestens ein Top-Thema bei den Pausengesprächen der Bischöfe dürfte zudem eine zweite Personalfrage sein. Denn kurz nach dem Vorsitzenden Marx hat auch der Sekretär der Bischofskonferenz und gewissermaßen ihr Geschäftsführer, Prälat Hans Langendörfer, den Rückzug von seinem Amt erklärt. Die spontane Wahl eines Nachfolgers schon in dieser Woche in Mainz gilt als unwahrscheinlich. Zumal Langendörfer selbst jüngst betont hat, es sei nicht festgeschrieben, dass nur ein Priester, das Amt des Bischofskonferenz-Sekretärs ausüben könne. Selbst eine Frau sei auf diesem Posten möglich. „Das haben wir alles in der Bischofskonferenz noch nie diskutiert“, sagte Marx, und er wolle seinen Kollegen da auch nicht vorgreifen. Anders als bei der Frage nach seinem eigenen Nachfolger ist beim Amt des Sekretärs keine allzu große Eile nötig: Langendörfer hat bereits angekündigt, übergangsweise weiterzumachen, bis ein Nachfolger gefunden ist – oder eine Nachfolgerin.

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