von Hubert Röser

Bischof Overbeck: „Es tut gut, dass wir beten können“

Ruhrbischof feierte am Sonntag im Hattinger Altenheim St. Josef einen Gedenkgottesdienst für die Opfer der Corona-Pandemie.

„Es tut gut, dass wir beten können“, sagte Bischof Franz-Josef Overbeck am Sonntag zu Beginn eines Gottesdienstes im Hattinger Altenheim St. Josef. Stellvertretend für alle Bewohner und Pflegekräfte in den Einrichtungen des Ruhrbistums, die in den vergangenen Monaten in besonderer Weise unter den Folgen der Pandemie zu leiden hatten, wollte Overbeck hier mit seinem Besuch ein Zeichen der Erinnerung, der Hoffnung und der Solidarität setzen. Hierfür hatte der Bischof das Hattinger Altenheim ausgewählt, weil sich dort bei einem heftigen Corona-Ausbruch Ende vergangenen Jahres zahlreiche Beschäftigte und Bewohner mit dem Virus infiziert hatten und in der Folge mehr als 20 pflegebedürftige Menschen verstorben waren.

„In dieser Situation tut es gut, Beten zu können und uns Gott anzuvertrauen: Wir wissen zwar, dass der Tod das Ende des menschlichen Lebens ist, dürfen aber im Gebet der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass er gleichzeitig der Durchgang zum Ewigen Leben darstellt“, sagte der Bischof. Overbeck verwies zudem auf das Tagesevangelium der „Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor“ und das Gottvertrauen, mit dem Jesu in den Tod ging und wieder auferstand. „Vielleicht ist dieses Gottvertrauen eine der wichtigen Haltungen in unserem Leben – erst recht, wenn es schwer wird, wenn uns unsere Grenzen beschäftigen und wir nicht mehr weiter wissen. Dann zählen viele Worte nicht mehr – sondern Haltung. Und die Texte der Bibel erzählen uns heute, dass es sich lohnt, die Haltung des Gottvertrauens einzunehmen.“

Dank an das Pflegepersonal

Der Gottesdienst, den die Bewohner, die Pflegekräfte und der Bischof bei herrlichem Sonnenschein im Garten der traditionsreichen Einrichtung feierten, stand nicht nur im Zeichen des Gedenkens an die Corona-Verstorbenen. Bischof Overbeck nahm auch die Angehörigen mit in den Blick, die seit gut einem Jahr ebenfalls unter den Auswirkungen der Pandemie zu leiden hatten. Mehrfach bedankte er sich beim Pflegepersonal, das in den vergangenen Monaten vielfach deutlich über die Belastungsgrenzen hinaus gegangen sei, um den ihnen anvertrauten Menschen beizustehen: „Ich danke Ihnen und den Seelsorgeverantwortlichen für Ihren Dienst, in dem Sie den Kranken und Schwachen in diesen schweren Stunden beistehen und ihnen deutlich machen: Du bist nicht allein!“

Overbeck, der noch vor wenigen Monaten im Rahmen der regelmäßigen Pfarrvisitation in Hattingen gewesen war, fügte hinzu, dass er „damals nicht daran gedacht hätte, nach so kurzer Zeit wieder hier zu sein und diese Gedenkandacht für die Corona-Toten hier mit Ihnen zu begehen“. Die Wortgottesfeier sah er ausdrücklich als seelsorglichen Besuch, um die Mitbewohner und das Pflegepersonal zu stärken.

Mut zusprechen und Freude teilen

Nach dem Gottesdienst stand in einigen persönlichen Gesprächen des Bischofs mit Bewohnern und Pflegekräften die Not bei unvermeidlichen Quarantänemaßnahmen ebenso im Fokus wie die große psychische und physische Belastung, unter der das Personal über Wochen den schwierigen Dienst versah. Overbeck sprach auch hier Mut zu, teilte aber auch die Freude von Betroffenen, die die Infizierung mit dem Covid19-Virus überstanden hatten und nun wieder gesund sind.

Meinolf Roth, Vorstand der Theresia-Albers-Stiftung, zu der auch das Altenheim St. Josef gehört, dankte dem Bischof für seinen Besuch und für seine zuversichtlich stimmenden Worte: „Es hat gut getan, Sie bei uns zu wissen und durch diesen Gedenkgottesdienst Stärkung zu erfahren!“

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