Bischof verurteilt Angriff auf KjG-Leiter auf Essener Gemeindefest
Bischof Overbeck verurteilt den Angriff auf zwei KjG-Leiter bei einem Essener Gemeindefest. Archivfoto: Nicole Cronauge | Bistum Essen
Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat den Angriff auf zwei Leiter der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) St. Michael in Essen-Dellwig auf dem dortigen Gemeindefest am vergangenen Samstag „aufs Schärfste“ verurteilt. „So etwas widerspricht unserem christlichen Menschenbild und darf in unserer Kirche, die für Toleranz, Respekt und Vielfalt stehen soll, keinen Platz haben“, so Overbeck.
Am Samstagabend, 13.September, sind nach Angaben der KjG St. Michael und der Pfarrei St. Dionysius, zu der St. Michael gehört, zwei Leiter des katholischen Jugendverbands angegriffen worden, nachdem es auf dem Gemeindefest Streit um eine Regenbogenfahne gegeben hatte. Diese Fahne mit dem Logo der KjG hatte im Hintergrund einer Bühne gehangen, auf der an diesem Abend eine Band gespielt hat. Als das Konzert beendet und das Fest wegen Regens in den Gemeindesaal verlegt worden war, seien die beiden Leiter von bislang unbekannten Männern angesprochen und gefragt worden, wie denn eine Regenbogenfahne für die Werte der katholischen Kirche stehen könne. Die Jugendleiter hätten ruhig und sachlich entgegnet, dass sich das Thema Vielfalt ihrer Ansicht nach durchaus mit dem katholischen Glauben verbinden lasse. Daraufhin habe ein Wort das andere gegeben bis die Auseinandersetzung schließlich körperlich eskaliert sei. Vor dem Eintreffen der alarmierten Polizei, seien die Angreifer geflohen.
Die Essener Polizei bestätigt, dass sie nach der Anzeige eines 22-jährigen Geschädigten derzeit gegen einen unbekannten Tatverdächtigen wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung ermittelt. Neben einem Faustschlag soll der Mann auch ein Bierglas in Richtung der Jugendleiter geworfen haben.
Overbeck betont Solidarität mit der KjG: "Ich stehe fest an Ihrer Seite."
Bischof Overbeck würdigte das Engagement der KjG: „Sie setzen sich friedlich und mutig für eine offene, bunte Kirche ein. Zeichen wie die Regenbogenfahne symbolisieren, dass jeder Mensch von Gott gewollt ist und in seiner Liebe steht – unterschiedslos, voraussetzungs‑ und bedingungslos.“ Durch ihren Einsatz lebten die Leiterinnen und Leiter der KjG diese Botschaft ganz praktisch vor: „Unser Glaube an die absolute Gleichheit aller Menschen als Geschöpfe Gottes lässt es nicht zu, dass Menschen ausgegrenzt werden. Ihr gesellschafts‑ und kirchenpolitisches Engagement, ihre kritische Stimme und ihre Begleitung junger Menschen sind unverzichtbar“, so Overbeck. „Der KjG danke ich für ihr mutiges Engagement, ihre klare Haltung und die wichtige Jugendarbeit, die sich an den christlichen Werten ausrichtet. Ich versichere der KjG meine Solidarität und stehe fest an ihrer Seite.“