von Cordula Spangenberg

Overbeck zum Osterfest: Das Leben – so bunt, zerbrechlich, gebrochen und sehnsüchtig

Oster-Botschaft trotz allem: Begegnung mit dem Auferstandenen heute, wenn Kirche Zuneigung zeigt und Glaubende sich Segen schenken

Erschrecken, Entsetzen – und dann eine neue Erkenntnis: Das ist nach den Worten des Ruhrbischofs Franz-Josef Overbeck die Botschaft des Osterfestes. In seiner Osternachts-Predigt im Essener Dom zog Overbeck eine Parallele einerseits zwischen dem Bericht des Markus-Evangeliums über die Auferstehung Jesu und andererseits zur schwierigen heutigen Wirklichkeit der Kirche. Vor 2000 Jahren wollten die Frauen – so berichtet der Evangelist Markus – den toten Jesus bei Sonnenaufgang salben, stießen im leeren Grab auf einen weiß gekleideten Mann und hörten verschreckt, entsetzt und verängstigt die Botschaft: „Er ist auferstanden; er ist nicht hier“ mit dem Hinweis, der Auferstandene werde seinen Freunden in Galiläa begegnen. 

„Eine Erfahrung der Leere wird durch eine Botschaft der Fülle zu einer Begegnung von Liebe“, interpretierte Overbeck den Bibeltext in der Osternacht. Trotz der irritierten, entsetzten, distanzierten Reaktionen vieler heutiger Christen angesichts der Skandale der letzten Monate rund um die katholische Kirche vertraut Overbeck auf die österliche Botschaft: „Unser Galiläa ist hier in unserer Wirklichkeit, wo die Kirche Zeichen der Liebe und Zuneigung setzt, wo Glaubende Segen schenken und Liebende treu beieinander sind.“

Das Problem: Kirchliche Akteure akzeptieren nicht die Pluralität des Lebens

Heute lösten Kirche und Glaube oft Furcht und Flucht aus, sagte Overbeck. Das zeigten die Skandale der vergangenen Wochen und die Verweigerung vieler Akteure der Kirche, das Leben in seiner Pluralität anzunehmen. Jedoch zeige das Osterfest auch „eine Fülle von Leben; wir erleben lebendigen Glauben im Alltag, der zwar gebrochen ist, aber sehnsüchtig nach Vollendung“, so Overbeck: „Hier erfahren wir das Leben, das wir am Anfang so hoch schätzen wie am Ende. Hier erleben wir leidenschaftlich die Liebe, so bunt, zerbrechlich, gebrochen, aber immer auch sehnsüchtig.“ 

Die Osterpredigt von Bischof Overbeck im Wortlaut (pdf)

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