von Thomas Rünker

Bischof Overbeck wirbt für Kulturwandel als Ausweg aus der „doppelten Klimakrise“

Angesichts der ökologischen und der gesellschaftlichen Klimakrise könne es keine einfachen Antworten geben, so der Ruhrbischof in seiner Neujahrspredigt. Statt Polarisierungen brauche es „den geduldigen Dialog, der gegenseitiges Verstehen ermöglicht, damit dieses in eine neue Welt hineinführt“.

Eine „doppelte Klimakrise“ hat Bischof Franz-Josef Overbeck in den Fokus seiner Neujahrspredigt 2022 gestellt. Neben der Krise des ökologischen Klimas gebe es auch eine Krise des gesellschaftlichen Klimas. „Angesichts dieses Klimawandels braucht es einen Kulturwandel“, sagte der Ruhrbischof am Neujahrsabend im Essener Dom. Es gehe darum, „konstruktiv bereit zu sein, einen Wechsel von Perspektiven vorzunehmen, unterschiedliche Sichtweisen zuzulassen, einander verstehen und voneinander lernen zu wollen“. Ziel sei es Wege zu finden, „die von allen gegangen oder zu mindestens mitgetragen werden können“, betonte Overbeck. „Denn es hilft nicht, Krisen zu leugnen. Der Klimawandel ist genauso real wie das Corona-Virus.“ Und so verpflichteten „die unzähligen Opfer des Klimawandels, aber auch der Corona-Pandemie uns ernsthaft, nach Wegen zu suchen, die vernünftig sind und durch die Vernunft von allen erkannt werden können, um diese Krisen zu bewältigen“. 

Christen als mögliche Vorbilder in konstruktiver Konfliktkultur

Overbeck forderte dazu auf, „den zunehmenden Polarisierungen und oft unversöhnlich gegenüberstehenden Meinungen entgegenzutreten“. Jede Krise brauche „den geduldigen Dialog, der gegenseitiges Verstehen ermöglicht, damit dieses in eine neue Welt hineinführt“. Gerade Christen hätten die Chance, mit Blick auf eine konstruktive Konfliktkultur eine Vorbildfunktion einzunehmen, so Overbeck. Schließlich lebten Christen aus der Verheißung, dass Gott alle Wege mitgehe. „Die Kraft für vieles, was uns aufgegeben ist, kann nicht aus uns selbst kommen, sondern kommt von dem Gott, auf den wir setzen. Wenn wir so auf Gott schauen, dann kann eine Kultur unter uns wachsen, mit der wir Konflikte konstruktiv leben und austragen können.“

Die Predigt von Bischof Overbeck im Wortlaut (pdf)

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