Bischof Overbeck überreicht „Licht von Xanten" an KAB-Stadtverband Köln

Der KAB-Stadtverband Köln ist mit dem „Licht von Xanten“ ausgezeichnet worden - eine Ehrung für besonderen Einsatz für journalistische Meinungsfreiheit, christliche Grundsätze sowie Solidarität mit den Arbeitern. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck feierte den Gottesdienst im Xantener St.-Viktor-Dom.

Der Stadtverband Köln der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) ist am 29. September mit dem „Licht von Xanten“ ausgezeichnet worden. In Erinnerung an den Seligen Nikolaus Groß (1898 - 1945) wird damit alljährlich eine Person oder Institution geehrt, die sich in besonderer Weise um den Einsatz für die journalistische Meinungsfreiheit und christliche Grundsätze sowie Solidarität mit den Arbeitenden verdient gemacht hat. Zu dem Gottesdienst eingeladen hatten die KAB-Bezirke Duisburg-Oberhausen-Mühlheim, Kleve und Wesel. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck feierte den Gottesdienst im Xantener St.-Viktor-Dom gemeinsam mit dem KAB-Diözesanpräses aus Essen, Jürgen Haberl, seinem Amtskollegen aus Münster, Michael Prinz, und Diakon Martin Berendes aus Voerde.

Overbeck: "Nikolaus Groß, ein Mann des Gebetes"

In seiner Predigt erinnerte Overbeck daran, dass Nikolaus Groß ein Mann des Gebetes gewesen sei. „Ein betender Mensch ist immer auf das ausgerichtet, was das Gute ist und so sein Gewissen formt“, erklärte der Bischof. Dieses Gewissen habe dazu geführt, dass sich Groß mit anderen Menschen zum Widerstand gegen die Nationalsozialisten zusammengeschlossen habe. Schon bald nach dem gescheiterten Hitler-Attentat im Juli 1944 wurde Groß festgenommen und am 23. Januar 1945 schließlich hingerichtet. „Die Monate im Gefängnis haben ihm gezeigt, dass sein Einsatz mit dem Tod am Galgen enden könnte“, sagte Overbeck. Diese Standhaftigkeit sei nur möglich, wenn man wisse, was das Gewissen ist, nämlich der Ort, an dem jeder mit sich alleine und vor Gott für sein Handeln einsteht. Dort dringe die Stimme Gottes zum Menschen und das Gewissen werde damit der unmittelbare Ort der Entscheidung, was Recht und gerecht ist, erklärte der Ruhrbischof. 

Aus diesem Gewissen – und dem Antrieb, wieder Gerechtigkeit einkehren zu lassen –, habe sich der Widerstand gegen den Nationalsozialismus formiert. Sowohl in aktiver Weise, wie bei den gescheiterten Attentätern um Claus Schenk Grad von Stauffenberg, aber auch passiv, wie etwa bei den Geschwistern Scholl. „Sie wollten andere Menschen auffordern, ihr Gewissen zu formen und Gerechtigkeit zu suchen“, sagte Overbeck. Widerstand stehe für die Freiheit und Gleichheit des Menschen, daher warnte er davor, den Begriff in der heutigen Zeit politisch zu instrumentalisieren.

Zum Ziel mit Widerspruch als Hilfsmittel

Neben Widerstand gebe es auch den Widerspruch, schlug er die Brücke zur KAB. Bei der Wahrung der Arbeitnehmerinteressen etwa könne mancher Widerspruch hilfreich sein und zum Ziel führen. Ob beim Widerstand oder Widerspruch aber gelte, dass das Beten dazu führe, sich ein Gewissen zu bilden, nach dem man entscheiden könne. In Xanten gedenke man nicht nur der frühen Märtyrer, sondern auch der „Märtyrer des Gewissens“, sagte Overbeck und nannte beispielhaft Karl Leisner und Nikolaus Groß. „Das waren große Menschen, die uns einladen, selbst unser Gewissen zu bilden und zu entscheiden, nach welchen Werten wir leben.“

Während des Gottesdienstes ging Overbeck in die Krypta des Domes, in der die Gebeine der antiken Märtyrer ebenso bestattet sind wie Karl Leisner und wo in Erinnerung an den ehemaligen Bergmann Nikolaus Groß eine Grubenlampe als Ewiges Licht brennt. Zuvor hatte er bereits eine Kerze gesegnet, die als „Licht von Xanten“ an den KAB Stadtverband Köln überreicht wurde.

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