Bischof Overbeck: Theologie muss ihre gesellschaftliche Relevanz immer wieder neu erweisen
Foto: Nicole Cronauge | Bistum Essen
Die Theologie leistet einen wichtigen Beitrag für Demokratie, Gemeinwohl und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das hat der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck in seinem Grußwort zum Tag der Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum betont. Die Theologie eröffne einen Deutungshorizont, vor dessen Hintergrund gesellschaftspolitische Debatten überhaupt erst sinnhaft werden könnten, so Overbeck. „Am christlichen Maßstab der Menschenwürde entscheidet sich, ob unsere Demokratie als eine Ordnung solidarischer Freiheit getragen und unterstützt wird“, sagte der Ruhrbischof.
Zugleich unterstrich der Bischof, dass die Theologie ihren Platz an staatlichen Universitäten immer wieder neu wissenschaftlich begründen müsse. „Theologie kann ihren Ort an der Universität nicht einfach mit Tradition oder dem Verweis auf Konkordate begründen, sondern muss ihn immer wieder wissenschaftlich exzellent und hochschulpolitisch verantwortet ausweisen“, erklärte Overbeck. Die Universität sei der Ort, an dem sich der Glaube unter den Bedingungen wissenschaftlicher Freiheit, methodischer Klarheit und kritischer Reflexion bewähren müsse.
Mit Blick auf die Zukunft der katholischen Theologie im Ruhrgebiet begrüßte Overbeck den gemeinsamen Beratungsprozess der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen. Die Überlegung, die Forschungs- und Lehraktivitäten beider Standorte in einer gemeinsamen Fakultät zusammenzuführen, bezeichnete er als „einen verantwortbaren Weg“. Ziel sei es, die wissenschaftliche Qualität, die Breite der Disziplin sowie verlässliche Perspektiven für Studierende und Mitarbeitende langfristig zu sichern. Dabei gehe es ausdrücklich nicht um einen Wettbewerb der Standorte: „Es geht nicht um Bochum gegen Essen, sondern um die gemeinsame Verantwortung für die katholische Theologie im Ruhrgebiet.“