Mut zu neuem Beten an Weihnachten
Symbolbild: Achim Pohl | Bistum Essen
Wenn es um Erneuerung und Transformation in der Gesellschaft und gerade in der Kirche geht, empfiehlt der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck, auch beim Gebet zu Gott neue Wege zu gehen und zugleich auf Vertrautes zu setzen. „Erneuerung und Transformation in der Kirche sind für uns Christen ein Werk des Tuns und des Denkens mit kreativem Mut, aber eben auch des Betens im Sinne eines immer wieder mit Gott Anfangens“, betonte Overbeck in seiner Predigt am Ersten Weihnachtstag im Essener Dom. Das Weihnachtsfest könne Mut machen, das Beten immer wieder neu zu entdecken „unkonventionell, von Herzen her, existenziell von Bedeutung, nüchtern, aber auch tapfer angesichts der Abgründe des Lebens und der Sprachlosigkeit des Herzens, beglückt von der Tiefe eines Friedens mit Gott und der Vereinigung mit ihm, von der nichts trennen kann.“ Dabei müsse das Gebet zur Tat werden, hob der Bischof hervor.
Gerade an Weihnachten spürten zudem viele, wie sie „mit gesungenen Liedern Inhalte verbinden, die sich niemals nur mit dem gesprochen Wort sagen ließen“, so Overbeck. „Gemeinsames Gebet kann als Gesang eine Kraft entfalten, die weit über das Wort als solches hinausgeht.“ Und in Trauer, Not und Leid sei das Gebet „der Raum der Klage und des Aushaltens des Nichts“. Wie wichtig seien hier „altbekannte Gebete, die wie ein Geländer durchs Leben tragen, wenn sonst wenig bis nichts mehr hält“, erinnerte der Bischof.