Bischof Overbeck feiert 30 Jahre Amigonianer-Jugendtreff

Beim Freiluft-Gottesdienst auf dem Gelände des Jugendtreffs wurde Bruder Anno verabschiedet und Pater Ralf als neuer Leiter der Amigonianer-Einrichtungen offiziell begrüßt. In bewegenden Geschichten wurde die Bedeutung des Jugendtreffs in Gelsenkirchen-Feldmark deutlich.

Vor 30 Jahren hat der Amigonianer-Orden seinen Jugendtreff in Gelsenkirchen-Feldmark eröffnet

Bis heute ist das Holzhaus eine wichtige Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die dort in ihrer Entwicklung begleitet und gestärkt werden

Nach 25 Jahren in Gelsenkirchen verlässt Amigonianer-Bruder Anno das Ruhrgebiet, sein Nachfolger ist Pater Ralf

Mit einem Freiluft-Gottesdienst und dem fröhlichen „Amigo-Fest“ haben aktuelle und ehemalige Besucher, Freunde und Mitglieder der Kirchengemeinde St. Joseph das 30-jährige Bestehen des Jugendtreffs des Amigonianer-Ordens in Gelsenkirchen-Feldmark gefeiert. Zugleich haben sie in der Messe mit Bischof Franz-Josef Overbeck Bruder Anno verabschiedet. Der langjährige Leiter der Gelsenkirchener Amigonianer geht nach 25 Jahren im Ruhrgebiet nach Rom und wird dort künftig stellvertretender Generaloberer des aus Spanien stammenden Ordens. Sein Nachfolger in Gelsenkirchen wird Pater Ralf, der am Sonntag mit viel Applaus begrüßt wurde. Mit Ralf Winterberg sind vor einigen Wochen auch die beiden Amigonianer-Patres Juan María Garcia Latorre und Gisbert Lordieck aus Köln ins Ruhrgebiet gekommen, so dass der Orden neben dem Standort in Gelsenkirchen eine weitere Niederlassung im benachbarten Gladbeck eröffnet hat.

„Ihr seid hier nicht mehr weg zu denken“

Im Reigen der Feiern zum 30-jährigen Bestehen des Jugendtreffs hätte es wohl kaum einen passenderen Termin geben können als den ersten Oktobersonntag, an dem katholische Christen Erntedank feiern. Bischof Overbeck schlug in seiner Predigt den Bogen vom Dank für die Gaben der Schöpfung hin zum Wirken der Amigonianer: „Wir können Erntedank feiern, weil wir der Überzeugung sind, dass nichts selbstverständlich ist“, sagte Overbeck und betonte: „Ihr seid hier aus Gelsenkirchen-Feldmark, aus der Stadt und aus unserem Bistum nicht mehr weg zu denken!“

„Hier hat man mir geholfen, wo meine Eltern nicht mehr konnten.“

Welche Bedeutung das Holzhaus mit den Spiel- und Sportplätzen ringsum für die Kinder und Jugendlichen hat, die seit vielen Jahren zur Hausaufgabenbetreuung und zur Freizeitgestaltung hier her kommen, machten im Gottesdienst beispielhaft Mario und Damla deutlich: „Ich bin hier aufgewachsen, von 30 Jahren Jugendtreff habe ich 20 miterlebt“, berichtete der junge Mann, der heute ehrenamtlich im Treff mitarbeitet. „Hier wurde sehr viel auf mich geachtet“, sagt er. Und als er Probleme mit Kriminalität bekommen habe, habe Bruder Anno geholfen, dass „mein Weg wieder gerade geworden ist“. Jetzt macht Mario eine Ausbildung: „Hier habe ich gelernt, Bewerbungen zu schreiben. Hier habe ich überhaupt meine ersten Buchstaben und Zahlen gelernt!“ Auch Damla ist im Jugendtreff aufgewachsen. „Hier hat man mir geholfen, wo meine Eltern nicht mehr konnten – und hier hat man mich zum Abitur ermuntert“, erzählt das Mädchen, das heute die 12. Klasse der Gesamtschule besucht, und der bei ihren Worten eines besonders wichtig war: „Ich hab das hier noch nie so richtig gesagt: Danke!“

Gaben für die Messe stehen auf einem Schultisch bereit

Bischof Overbeck nennt die beeindruckenden Worte von Mario und Damla „ein echtes Erntedank für das, was hier gelernt worden ist: Lebenstüchtigkeit, Anstand, aber vor allem auch Vertrauen in die eigene Person.“ Und bei all der engen Verbindung des Jugendtreffs mit Bildungsthemen war es vielleicht auch nicht nur Zufall, dass die Gaben von Wein und Brot für die Messe auf der improvisierten Altarbühne ausgerechnet auf einem alten Schultisch bereitstanden.

„Unser Jugendtreff ist ein Hoffnungsort!“

„Wenn ein Gottesdienst ein Fest des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe ist, dann sind wir hier genau richtig“, sagte Pater Ralf. „Unser Jugendtreff ist ein Hoffnungsort!“ Das dürfte der Priester und Pädagoge sowohl im Sinne der Besucher des Jugendtreffs gemeint haben, als auch mit Blick auf den ganzen Stadtteil. Feldmark gehört auch 30 Jahre nach Gründung des Jugendtreffs – übrigens durch Pater Juan María, der nun wieder im Ruhrgebiet zuhause ist – nach wie vor nicht zu den privilegierten Gegenden. Doch dass hier trotz materieller Not und sozialen Problemen die Hoffnung nicht ausstirbt – dafür stehen die Amigonianer.

Am Ende der Messe verabschiedete sich Bruder Anno mit bewegter Stimme von den Menschen in Feldmark: „Mit jedem von euch und Ihnen verbinden mich wunderbare Geschichten!“ Und mit einem Augenzwinkern wünschte Bischof Overbeck dem künftigen Vize-Chef des weltweiten Amigonianer-Ordens, „dass es Ihnen in Rom so gut ergeht wie bei uns“.

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