von Thomas Rünker

Bischof Overbeck: Echter Frieden geht nur mit sozialer Gerechtigkeit

In seiner Predigt in der Christmette 2025 betont der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck die Bedeutung einer langfristigen Stabilisierung der Rente und der anderen Sozialversicherungen, um den sozialen Frieden zu sichern. Jüngere dürften nicht überfordert und Ältere müssten vor Armut geschützt werden.

Echten Frieden kann es für den Essener Bischof Franz-Josef Overbeck nur geben, wenn es soziale Gerechtigkeit gibt. Angesichts der jüngsten Diskussionen um die Zukunft der Rente hat Overbeck in der Christmette 2025 betont: „Es braucht einen gerechten und verlässlichen Sozialstaat als Grundlage für den ‎gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Vertrauen in die staatliche Ordnung.“ Deshalb müsse es nach den oft erbittert geführten Auseinandersetzungen über das jüngste Rentenpaket nun darum gehen, die Sozialversicherungen langfristig zu stabilisieren, sagte Overbeck in seiner Predigt im Essener Dom. „Dabei darf die jüngere Generation nicht überfordert werden, gleichzeitig muss Altersarmut ‎zielgenau und wirksam bekämpft werden.“

Das Weihnachtsevangelium fordere dazu auf, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen. Der Friede auf Erden „hat mit der Zielgenauigkeit eines Vorgehens zu tun, das bei sozialstaatlichen Hilfen jene im Blick hat, die sich selbst nicht helfen können, bzw. externer Unterstützung mehr bedürfen als andere“,so Overbeck. Konkret werde dies unter anderem durch passende Hilfen für Menschen ‎im Alter oder bei der Pflege. Deutschland sei eine Demokratie, „ein Rechtsstaat, der die Würde des Menschen nicht nur achtet, sondern an ‎die oberste Stelle stellt“. Deshalb gehörten Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, unbedingte Menschenwürde aller und der Sozialstaat ‎ zusammen „und müssen gestaltet und immer wieder neu ausgerichtet werden“, hob der Ruhrbischof hervor.

Gesellschaftliche Verhältnisse gerecht zu gestalten, sei eine Aufgabe, „die zu unterstützen uns als Kirchen aus der Mitte des Evangeliums heraus zukommt“, sagte Overbeck. „Dafür braucht es in vielfacher Weise Verantwortung und Weitsicht. In der Rentenpolitik, aber auch im Rahmen der Sozialversicherungen aller Art, braucht es einen gerechten und verlässlichen Sozialstaat als Grundlage für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für das Vertrauen in die staatliche Ordnung.“

Die Predigt von Bischof Overbeck im Wortlaut (pdf)

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