Bischof Overbeck beauftragt vier neue Seelsorgende für den pastoralen Dienst
Die vier neu beauftragten Seelsorgenden (v.l.).: Jessica Wachtel, Tom Mölders, Maike Neu-Clausen, Joachim Derichs. Foto: Nicole Cronauge | Bistum Essen
In einem feierlichen Gottesdienst im Essener Dom hat Bischof Franz-Josef Overbeck am Freitagabend, 3. Juli, vier Seelsorgende für den Dienst im Bistum Essen beauftragt. Nach ihrem Studium und der jeweils dreijährigen Assistenzzeit werden Jessica Wachtel, Maike Neu-Clausen, Joachim Derichs und Tom Mölders künftig als Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten in Essen, Duisburg und Oberhausen tätig sein. Zahlreiche Familienmitglieder, Freundinnen und Freunde sowie Weggefährten der neuen Seelsorgenden feierten die Messe mit und trafen die vier neu Beauftragten anschließend beim Empfang auf dem Domhof.
„Wenn ich Sie heute zum pastoralen Dienst im Bistum Essen beauftrage, dann auch, weil Sie betende Menschen sind, neu beauftragt, andere immer wieder zum Gebet einzuladen“, sagte Overbeck in seiner Predigt. Er wünsche den vier neuen Seelsorgenden, dass sie „aus dem Beten ins Handeln, aus dem Handeln in die Sorge, aus der Sorge in die Nähe des Menschen und aus der Nähe immer wieder zu Gott kommen“.
Die vier neuen Seelsorgenden:
Jessica Wachtel (33) stammt aus Recklinghausen und ist schon als Kind durch ihren Pastor auf die Idee gekommen, einmal als Seelsorgerin zu arbeiten. „Die Gemeinschaft, die Gottesdienste, das hat mich sehr berührt“, erzählt die ehemalige Messdienerin, die nach dem Abitur ein Theologie-Studium begann. Für die Ausbildung zur Pastoralreferentin wechselte sie von ihrem Heimatbistum Münster nach Essen: „Das Ruhrgebiet ist einfach meins. Hier ist man sehr direkt, herzlich, ehrlich, geradeheraus – das mag ich, hier fühle ich mich richtig wohl.“ Sie weiß, wovon sie spricht: Nach ihrer Assistenzzeit in der Pfarrei St. Johann im Duisburger Norden wird sie auch künftig in den Stadtteilen Marxloh, Hamborn und Umgebung tätig sein. Zusammen mit den ehrenamtlichen Katechetinnen und Katecheten hat sie dort unter anderem die Erstkommunion-Vorbereitung der Pfarrei neu aufgestellt. Hier wird sie sich auch künftig engagieren. Zudem möchte sie junge Leute unterstützen: „Wir haben richtig tolle Jugendliche, die sich engagieren möchten.“ Auch in der sozialen Arbeit der Pfarrei ist sie aktiv, unter anderem bei den Touren des „Marienkäfer“-Mobils.
Maike Neu-Clausen (54) ist über Umwege zum neuen Dienst in der Kirche gekommen. Nach ihrer eigenen Erstkommunion hatte sie viele Jahre kaum Kontakt zur Kirche und begann nach dem Abitur zunächst eine kaufmännische Ausbildung bei BASF in Ludwigshafen. Später studierte sie Erziehungswissenschaften und Politik, engagierte sich sozial – unter anderem im Betriebsrat – und entdeckte auch ihr Interesse an Glaubensfragen wieder, zunächst jedoch nur privat. Nach Stationen in der Erwachsenenbildung zog sie mit ihrer Familie ins Ruhrgebiet. Als ihr erstes Kind zur Erstkommunionvorbereitung kam, erhielt Neu-Clausen Kontakt zur Pfarrei St. Josef auf der Essener Ruhrhalbinsel. Dort übernahm sie die Projektassistenz für den Pfarreientwicklungsprozess und brachte ihre Erfahrungen aus Organisation und Kommunikation ein. Daneben entdeckte sie mit der Zeit auch die Seelsorge für sich – und startete noch einmal eine Berufsausbildung. Möglich wurde dies für die dreifache Mutter vor allem dank des Teilzeit-Studiums an der Katho, der Katholischen Hochschule NRW. „Das ist nicht selbstverständlich“, betont Neu-Clausen. Ihre praktische Ausbildung absolvierte sie in der Essener Innenstadtpfarrei St. Gertrud, in der sie nun auch als Gemeindereferentin arbeitet. „Hier liegt alles sehr nah zusammen, das habe ich sehr schätzen gelernt“, sagt sie. Gleichzeitig sei in der Pfarrei derzeit viel in der Entwicklung. So feiert sie zum Beispiel Schulgottesdienste, gibt Religionsunterricht und engagiert sich bei der Sternsingeraktion, hat dabei aber immer ihr eigentliches Thema im Hinterkopf: Vernetzung. „Wo können wir als Pfarrei mit anderen Akteuren der Essener Innenstadt in Kontakt kommen?“, frage sie sich auch vor dem Hintergrund des großen Entwicklungsprogramms „Christlich leben. Mittendrin.“.
Als Joachim Derichs (46) sein Theologie-Studium abgeschlossen hatte, gab es für ihn zunächst keine passende Arbeitsstelle. „Deshalb bin ich erst einmal Berufsschullehrer geworden – ich wollte aber immer schon in die Seelsorge.“ Derichs schloss anschließend ein Studium der Caritas-Wissenschaften an der Katholischen Hochschule in Paderborn an und konnte 2013 zunächst als Seelsorger am Essener Franz-Sales-Haus anfangen, einer großen Einrichtung für Menschen mit Behinderungen. Parallel war Derichs seinerzeit auch als Beauftragter für die Behindertenseelsorge im Bistum Essen tätig. Vor rund vier Jahren wollte er sich beruflich verändern und durchlief eine verkürzte Ausbildung zum Pastoralreferenten. Wie bereits während seiner Assistenzzeit wird er nun auch nach seiner Beauftragung sowohl im Franz-Sales-Haus als auch in der Essener Pfarrei St. Laurentius tätig sein. „Mein Schwerpunkt dort ist der Beerdigungsdienst.“ Er engagiert sich aber auch in der Seniorenarbeit und Erstkommunionvorbereitung und wird an einer katholischen Hauptschule für den Religionsunterricht ausgebildet. Während einer zweijährigen Mitarbeit in der Bahnhofsmission hat Derichs deren „aufsuchende Arbeit“ kennen und schätzen gelernt. Gerade im Franz-Sales-Haus warte er nicht, bis jemand zu ihm komme, sondern gehe von sich aus in die Wohngruppen und Werkstätten, um dort mit den Menschen zu sprechen.
Tom Mölders (31) wechselt aus der Eifel ins Ruhrgebiet. Nach dem Theologiestudium in Trier, verschiedenen beruflichen Stationen – unter anderem im Bereich Ethikfragen in Pflege und Medizin – hat er seit 2024 seine Assistenzzeit im Bistum Trier in der Eifel-Pfarrei St. Peter und Paul Arzfeld-Neuerburg verbracht. Nach seiner Beauftragung am Freitag wird Mölders ab dem 1. September als Pastoralreferent in der Oberhausener Stadtpfarrei St. Clemens tätig sein. Seine Seelsorge-Erfahrungen aus der Eifel dürften Mölders auch in Oberhausen helfen: Neben der Lehrtätigkeit an einem Gymnasium hat sich Mölders dort auch um die Schulseelsorge an weiterführenden Schulen gekümmert, die Arbeit mit Messdienerinnen und Messdienern betreut, Pastoral für queere Menschen gestaltet und eine gemeinsame Firmvorbereitung für die Jugendlichen aus 27 ehemaligen Pfarreien der Region organisiert.




