Bischöfliche Kirchenmusikschule stellt Ausbildung ökumenisch auf

Bistum Essen

Der zwei- bis vierjährige Kurs zum nebenberuflichen Kirchenmusiker umfasst künftig auch evangelische Inhalte, ist für Musiker aller Konfessionen offen und eröffnet Anstellungsmöglichkeiten in beiden großen Kirchen. Für den Ausbildungsbeginn zum Wintersemester sind noch Anmeldungen möglich.

Das Bistum Essen stellt seine Kirchenmusiker-Ausbildung ab dem Herbst ökumenisch auf. Musiker, die sich in der zwei- bis vierjährigen Ausbildung auf die „C-Prüfung“ für eine nebenberufliche oder ehrenamtliche Tätigkeit als Organist oder Chorleiter vorbereiten, lernen an der Bischöflichen Kirchenmusikschule ab dem neuen Semester nicht mehr nur katholische, sondern auch evangelische Inhalte. „In dieser Form ist das bislang bundesweit einmalig“, sagt Schulleiter Jörg Stephan Vogel. Dank einer engen Zusammenarbeit mit den Evangelischen Landeskirchen im Rheinland und von Westfalen können sich die so ausgebildeten Musikerinnen und Musiker künftig auf Stellen in katholischen wie in evangelischen Gemeinden bewerben.

Kirchen können sich „musikalisch und spirituell bereichern“

„Für uns ist dies ein neuer, wichtiger Schritt der ökumenischen Zusammenarbeit im Ruhrgebiet“, sagt der Generalvikar des Bistums Essen, Klaus Pfeffer. „Die Kirchenmusik ist ein hervorragender Bereich, um hier mit unseren evangelischen Partnern zu kooperieren. Schließlich gibt es kaum etwas, das uns hier ernsthaft trennt, aber so vieles, mit dem wir uns gegenseitig musikalisch und spirituell bereichern können“, betont Pfeffer. Nicht zuletzt gebe es auch strukturell gute Gründe für eine Kooperation: Während das Bistum seit über 50 Jahren eine eigene Kirchenmusikschule betreibt, läuft die Ausbildung der nebenamtlichen Kirchenmusikerinnen und -musiker in den benachbarten evangelischen Kirchenkreisen an wechselnden Standorten und in unterschiedlichen Kurs-Konstruktionen. „Hier öffnen wir unsere Strukturen, um dank der Kooperation mit den evangelischen Landeskirchen nun auch den evangelischen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern eine verlässliche Ausbildung bei uns anbieten zu können.“ Angesichts zurückgehender Kirchenmusikerzahlen in beiden Kirchen zeige sich auch hier, dass Christinnen und Christen „in einem Boot sitzen“ und ihre konfessionellen Grenzen gerade in der Praxis immer weiter überwinden müssen, so Pfeffer.

Neue Inhalte in Liturgik und Hymnologie

Auch in den vergangenen Jahren hatte die Bistumsschule „schon immer auch evangelische Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Ausbildung“, erläutert Vogel. Mit dem rein katholischen Abschluss in der Tasche hätten diese im Anschluss jedoch stets noch einen ergänzenden Kurs und eine Prüfung in der eigenen Landeskirche absolvieren müssen. Dies kann Vogel seinen evangelischen Teilnehmern künftig ersparen, weil das Bistum in enger Abstimmung mit den beiden Landeskirchen und den Kirchenkreisen Essen, Mülheim sowie Gelsenkirchen und Wattenscheid Lerninhalte ergänzt hat und sich künftig nicht nur evangelische Dozenten, sondern auch evangelische Prüfer ins Haus holt.

Kurs-Beginn zum Wintersemester

Trotz des modularen Aufbaus ist ein Einstieg in die Ausbildung zur „C-Prüfung“ immer nur zum Wintersemester möglich. Weitere Informationen und eine persönliche Ausbildungsberatung gibt es bei Schulleiter Jörg Stephan Vogel: E-Mail: kirchenmusikschule@bistum-essen.de oder Tel.: 0201/2204-284.

„Rund 5 bis 10 Prozent“ der Lerninhalte, die die angehenden Kirchenmusiker bis zu ihrem Abschluss in einem flexiblen Modulsystem parallel zu Schule, Studium oder Beruf lernen, seien bislang konfessionell verschieden gewesen, schätzt Vogel. Anpassungen und Ergänzungen waren vor allem in Hymnologie – der Lehre vom Kirchenlied – und Liturgik (Gottesdienstgestaltung) nötig. Für diese beiden Fächer gibt es künftig zweimal pro Semester an einem Freitagabend und Samstag ein Kompaktseminar. „Künftig lernen alle alles“, betont Vogel. Die Protestanten lernen die katholischen – und die Katholiken auch die evangelischen Inhalte. Große konfessionelle Unterschiede erwartet der Kirchenmusiker ohnehin nicht: „Uns geht es darum, unsere Kurs-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer mit einer großen Offenheit für den musikalischen Schatz beider Kirchen und mit Reflektionskompetenz in die Praxis zu entlassen.“

Semestereröffnung am Reformationstag

Feierlich eröffnet wird das neue Semester der Bischöflichen Kirchenmusikschule am 31. Oktober, dem evangelischen Reformationstag. Bis Anfang Oktober können sich Interessierte noch für eine Aufnahme in dem Kurs bewerben. Angesichts des neuen ökumenischen Profils rechnet Vogel mit einem größeren Zulauf und schätzt, dass nach den erfolgten Aufnahmeprüfungen im Oktober „rund 15 bis 20 Kurs-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer im neuen Semester beginnen“, dass nach wie vor von zahlreichen Corona-Regeln geprägt sein werde.

Schulleiter — Bischöfliche Kirchenmusikschule

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