von Katholische Nachrichtenagentur (KNA) und Thomas Rünker

Bischöfe warnen erneut vor AfD und bleiben kirchenpolitisch auf Reformkurs

Die katholischen Bischöfe zeigen gegenüber der AfD klare Kante. Erneut warnen ‎sie vor ihrer Wahl in den kommenden Landtagswahlen. Kirchenpolitisch bleiben sie auf Reformkurs und haben die Satzung der künftigen Synodalkonferenz abgesegnet. Darüber muss nun der Vatikan entscheiden.

Vor den Landtagswahlen in diesem Jahr haben die katholischen Bischöfe erneut eindringlich zum Schutz der Demokratie in Deutschland aufgerufen. „Wir appellieren an die Menschen in unserem Land, genau hinzuschauen und sich nicht von den vordergründig attraktiv gemeinten Klängen der AfD verführen zu lassen“, sagte der neu gewählte Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, am Donnerstag, 26. Februar, in Würzburg.

„Von Würzburg aus sage ich deutlich: Wehret den Anfängen“, fügte der Hildesheimer Bischof zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe hinzu. „Schützen wir unsere Demokratie.“ Deren Kennzeichen sei es, unterschiedliche Meinungen „in gerechter und friedvoller Weise“ ins Gespräch zu bringen. Deshalb müssten Räume für das Gespräch und den Austausch unterschiedlicher Positionen geschaffen werden. Die Kirche wolle dazu beitragen.

„Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“

Die katholischen Bischöfe hatten sich bereits 2024 in der Erklärung „Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“ klar von der AfD distanziert. Sie sei für Christinnen und Christen nicht wählbar.

Gegen Vereinnahmung kirchlicher Themen

Mit Blick auf das Verhältnis der AfD zur Kirche sagte Wilmer, völkischer Nationalismus und menschenverachtende Parolen der AfD hätten in der katholischen Kirche keinen Platz. Die AfD wolle die Kirche diskreditieren. „Wir verwahren uns davor, unsere Themen gleichsam billig zu kopieren und in nationalistisches Denken und Handeln umzuwandeln.“

Während der Vollversammlung hatte der Magdeburger Bischof Gerhard Feige noch einmal eindringlich vor den Inhalten gewarnt, die sich im Entwurf eines Regierungsprogramms der AfD in Sachsen-Anhalt finden. Die Umsetzung des vorgelegten Programms hätte gravierende Folgen für die Gesellschaft, so Feige. Die AfD formuliere „den Retro-Traum einer Familienidylle und imaginiere ein Feindbild, zum Beispiel die Regenbogen-Verschwörung, um die Familie zu zerstören“. Darüber hinaus wünsche sie eine Remigration ganzer Bevölkerungsgruppen, so Bischof Feige. Bezüglich der Kirchen setze die AfD gleichsam die Religionspolitik der DDR fort, markiere sie als Feinde und denunziere sie. Die Partei werde alles dafür tun, die finanziellen Grundlagen der Kirchen zu zerstören. Dazu gehöre auch das Vorhaben, die Staatsleistungen unmittelbar einzustellen.

Bischöfe bleiben auf Reformkurs in Richtung Synodalkonferenz

Mit Blick auf die Kirchenentwicklung in Deutschland bleiben die Bischöfe auf Reformkurs. Auf ihrer Vollversammlung in Würzburg stimmten sie der Satzung der geplanten Synodalkonferenz zu. In diesem neuen Gremium sollen Bischöfe und Laien auf Bundesebene gemeinsam über wichtige Zukunftsfragen beraten und Beschlüsse fassen. Bereits im vergangenen November hatte die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), die oberste katholische Laienvertretung in Deutschland, der Satzung zugestimmt.

Jetzt ist der Vatikan am Zug. Auch er muss den Plan absegnen, bevor es losgehen kann. In einem nächsten Schritt werde die Satzung zur sogenannten Recognitio an den Heiligen Stuhl gesandt, teilte die Bischofskonferenz mit.

Synodaler Weg umstritten

Die geplante Synodalkonferenz ist ein Ergebnis des Reformprojekts Synodaler Weg, bei dem es etwa um innerkirchliche Gewaltenteilung, eine neue Sexualmoral und um Weiheämter für Frauen geht. Die Bischofskonferenz war beim Umgang mit diesem Projekt in den vergangenen Jahren gespalten. Vier konservative Bischöfe hatten sich daraus zurückgezogen.

In der Kirchenleitung in Rom gab es ebenfalls starke Bedenken. Der Vatikan mahnte, dass die Entscheidungsbefugnis jedes einzelnen Bischofs für sein Bistum nicht aufgehoben werden dürfe.

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