von Katholische Nachrichtenagentur (KNA) und Thomas Rünker

Bischöfe beraten in Fulda über ethische Streitthemen

Zum Auftakt der Bischofsvollversammlung in Fulda wirbt DBK-Chef Heiner Wilmer für mehr Dialog mit AfD-Wählerinnen und -Wählern. Bis Donnerstag beraten die Bischöfe zudem über Leihmutterschaft, Organspende, assistierten Suizid und KI.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Heiner Wilmer, hat sich dafür ausgesprochen, auf AfD-Wählerinnen und -Wähler zuzugehen. „Es braucht unbedingt Formate, in denen wir zuhören, in denen wir keine Ansagen machen“, sagte Wilmer, der Bischof von Münster, am Montag, 28. September, in Fulda. Die Kirche müsse die Fragen und Nöte der Menschen ernst nehmen. Zum Auftakt der Herbstvollversammlung der deutschen katholischen Bischöfe bekräftigte Wilmer zugleich, dass der völkische Nationalismus der AfD mit dem Christentum unvereinbar sei.

Populismus auch von links

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Gut eine Woche nach dem Wahlerfolg der Linken in Berlin warnte Wilmer auch vor einem Populismus von links: „Es kann natürlich nicht sein, dass wir über eine Reduktion bei den Polizeikräften sprechen.“ Auch der wachsende Antisemitismus, der die Demokratie untergrabe, sei nicht hinnehmbar. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus wurde die Linke mit 25,7 Prozent stärkste Kraft. In ihrem Wahlprogramm hatte die Partei angekündigt, Finanzmittel für die Polizei umverteilen zu wollen - etwa für mehr Straßensozialarbeit. Der Berliner Landesverband der Linken steht auch wegen Antisemitismusvorwürfen in der Kritik.

Vergessene Katastrophen in Afrika

In einem eindringlichen Appell forderte Bischof Wilmer, das Leid der Menschen in Afrika nicht aus dem Blick zu verlieren. Als besonders drängend empfinde er die „vergessene Katastrophe“ im Sudan: „34 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe, 4,5 Millionen sind über die Landesgrenzen geflohen. Die UN bezeichnet Sudan als weltweit größte humanitäre und Vertreibungskrise. Es gibt Hunger, sexualisierte Gewalt und Angriffe auf Zivilisten.“

Bischöfe beraten über ethische Fragen

Bis Donnerstag beraten die Bischöfe unter anderem über ethische Fragen zu Leihmutterschaft, Organspende und Suizid-Beihilfe. Es geht auch um die Gefahren und Chancen Künstlicher Intelligenz. Zum Auftakt des Treffens kam der neue Papstbotschafter in Deutschland, Nuntius Hubertus van Megen, nach Fulda, wo am Abend der Eröffnungsgottesdienst im Dom auf dem Programm stand.

Neuer Vorsitzender gibt Moderation ab

Wilmer war bei der Frühjahrsvollversammlung im Februar in Würzburg zum neuen DBK-Vorsitzenden gewählt worden, als Nachfolger des Limburger Bischofs Georg Bätzing. Anders als bisher üblich, will er die Debatten der Vollversammlung aber nicht selbst moderieren. Er vertraue bei der Moderation seinen Amtskollegen und hoffe, sich auf diese Weise stärker auf die Inhalte konzentrieren zu können.

Als Vorsitzender der Glaubenskommission der DBK wird der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck am Dienstag, 29. September, an einem Pressegespräch zu den ethischen Fragen teilnehmen, mit denen sich die Vollversammlung befasst. Außerdem predigt Overbeck am Donnerstag, 1. Oktober, im Gottesdienst der Vollversammlungsteilnehmenden.

Pressestelle Bistum Essen

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