Altfrid-Gedenken im Essener Dom: Schrein des Heiligen wird feierlich erhoben
Der Schrein des Heiligen Altfrid. Archivfoto: Oliver Müller | Bistum Essen
Mit Gottesdiensten im Essener Dom feiert das Bistum Essen am Samstag, 15., und Sonntag, 16. August, den Heiligen Altfrid – Gründer des Essen Frauenstifts und der daraus entstandenen Stadt Essen.
Altfrid wurde um das Jahr 800 geboren und stammte vermutlich aus einer vornehmen sächsischen Familie. Im Jahr 851 wurde er zum Bischof von Hildesheim geweiht und war einer der engsten Vertrauten von König Ludwig dem Deutschen. Neben seinen kirchlichen Aufgaben unterstützte er den König als Berater, zum Beispiel bei Friedensverhandlungen mit Ludwigs Bruder Karl dem Kahlen, und hielt die Kommunikation zwischen den Königen im Frankenreich aufrecht.
Altfrid-Gedenken am 15. und 16. August
Im Festgottesdienst am Samstag, 15. August, um 17.30 Uhr mit Dompropst Michael Dörnemann tragen Mitglieder der Altfrid-Bruderschaft den Schrein des Heiligen Altfrid aus der Krypta des Doms in einer feierlichen Prozession in die Kirche. Vor dem Altar steht der festlich geschmückte Schrein bis Sonntagabend zur Verehrung. Im Gottesdienst am Sonntag, 16. August, um 19 Uhr wird er zurück in die Krypta gebracht.
Im Festhochamt am Sonntag um 10 Uhr nimmt Dompropst Michael Dörnemann zwei neue Mitglieder in die Altfrid-Bruderschaft auf. Unter dem Leitwort „Wachet und betet“, begleitet die Bruderschaft mit ihrem Präsenzdienst seit 51 Jahren Besucherinnen und Besucher im Dom, in der Anbetungskirche St. Johann, im Kreuzgang und auf dem Domhof und sorgt, wenn nötig, für Ruhe und Ordnung.
Warum Spitzendiplomat Altfrid neben diesen politischen Aktivitäten und seinem Bischofsamt in Hildesheim (samt dortiger Dombaupläne) Mitte des 9. Jahrhunderts auch noch auf die Idee kam, zusammen mit seiner Schwester Gerswid im heutigen Essen ein Stift für adlige Mädchen und Frauen zu gründen, ist unklar. Ob seine Familie hier, im fränkisch-sächsischen Grenzgebiet, bereits Land besaß oder Altfrid dies erst erworben hat, ist ebenso offen wie die Frage, wer neben ihm und Gerswid noch an der Stiftsgründung beteiligt war. Fakt ist: Als Altfrid am 15. August 874 stirbt, wird der Kirchenmann und Politiker nicht in der Hildesheimer Bischofskirche, sondern in seinem Essener Stift beigesetzt.
Dieses Stift entwickelte sich zu einer in vielerlei Hinsicht außerordentlich erfolgreichen christlichen Frauengemeinschaft, die fast 1000 Jahre Bestand hat. So statteten die oft aus adeligen und sehr vermögenden Familien stammenden Stiftsdamen den heutigen Dom mit außergewöhnlichen Kunstwerken wie der Goldenen Madonna – der ältesten dreidimensionalen Marienfigur der Welt –, dem ältesten siebenarmigen Leuchter der Christenheit oder vier eindrucksvollen goldenen Vortragekreuzen aus. Zudem übten die Stiftsfrauen bis zur Auflösung des Stifts 1802/1803 auch ihren politischen Einfluss aus. Ab dem 13. Jahrhundert war das Stift Essen ein eigenes Reichsfürstentum, zugleich entwickelte er sich zur Keimzelle der heutigen Stadt Essen.
