von Thomas Rünker

Adveniat startet Weihnachts-Aktion: „Rettet unsere Welt – Zukunft Amazonas!

Mit einem eindringlichen Appell hat das Hilfswerk Adveniat am Sonntag seine bundesweite Weihnachtsaktion eröffnet. Im Mittelpunkt steht der Kampf für Klimagerechtigkeit und den Schutz indigener Völker. Weihnachtskollekte in allen katholischen Gottesdiensten unterstützt die Arbeit von Adveniat.

Mit einem feierlichen Gottesdienst hat das in Essen ansässige katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat am ersten Adventssonntag in Mainz seine bundesweite Weihnachtsaktion „Rettet unsere Welt – Zukunft Amazonas“ eröffnet. Neben Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck und dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf beteiligten sich auch Gäste aus Brasilien an dem Gottesdienst im Mainzer Dom.

„Wir müssen aufstehen!“, forderte Bischof Kohlgraf in seiner Predigt angesichts der ernüchternden Ergebnisse der Weltklimakonferenz und der verbreiteten Zögerlichkeit, Verantwortung für den Schutz der Schöpfung zu übernehmen. Mit seiner Weihnachtsaktion unter dem Motto „Rettet unsere Welt – Zukunft Amazonas“ lenkt Adveniat in diesem Jahr den Blick in die Regenwaldregion Lateinamerikas. „Wachsein bedeutet die Zusammenhänge zu sehen und ernst zu nehmen: die Zusammenhänge zwischen Ungerechtigkeit und Unfrieden, zwischen Ausbeutung der Schöpfung und Missachtung von Menschen und ihren Rechten, zwischen der Zerstörung von Lebensgrundlagen und Fluchtbewegungen“, betonte Kohlgraf.

Menschheit drückt die globale „Snooze“-Taste

Er habe den Eindruck, dass die Menschheit, anstatt aufzuwachen, immer wieder auf eine globale „Snooze“-Taste drücke, so wie bei einem Wecker, um weiter schlafen zu können. Dagegen forderte Kohlgraf dazu auf: „Es ist Zeit, vom Schlaf aufzustehen, indem wir uns nicht von Geld und dem Nutzen der Schöpfung und anderer Menschen blenden lassen, sondern uns von ihrer Würde leiten lassen.“ Gerade der Glaube an Gott und das Bewusstsein, Teil seiner Schöpfung zu sein, sei kein „Opium des Volkes“, keine Betäubung. Vielmehr sei der Glaube „ein Wecker, ein Weckruf, der uns mahnt, die Wirklichkeit nicht zu verdrängen“. Die bundesweite Adveniat-Weihnachtsaktion, die in Mainz an diesem 1. Adventsonntag eröffnet wurde und der die Spenden in allen Weihnachtsgottesdiensten in ganz Deutschland am 24. und 25. Dezember zugutekommt, zeige: Die christliche Botschaft besitze immer auch eine politische Dimension. „Sie mahnt zu Maßhalten, Gerechtigkeit, Solidarität, Nächstenliebe und zum Einsatz für Menschen am Rande sowie für unser gemeinsames Haus“, so der Mainzer Bischof. 

Brücke der Solidarität zwischen Deutschland und Lateinamerika

Adveniat-Weihnachtsaktion 2025 „Rettet unsere Welt – Zukunft Amazonas“:

Der weltweite Hunger nach Rohstoffen, Holz und Fleisch zerstört die Lebensgrundlage der indigenen Völker am Amazonas und erstickt die Lunge der Welt. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen vor Ort unterstützt Adveniat indigene Gemeinschaften dabei, ihre Rechte zu schützen und den zerstörerischen Eingriffen von Konzernen und Regierungen entgegenzuwirken. Die indigenen Völker sind mit ihrem Leben im Einklang mit der Natur die wahren Umweltschützer und Klimaretter.

Unter dem Leitwort „Rettet unsere Welt – Zukunft Amazonas“ ruft Adveniat alle Menschen guten Willens auf, sich an die Seite der Menschen zu stellen, die für die Bewahrung des Amazonas als gemeinsames Haus und als globale Grundlage für zukünftige Generationen einstehen – oft unter Einsatz des eigenen Lebens. Die Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Kirchen Deutschlands ist für Adveniat und die Hilfe für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik bestimmt. Alternativ kann die Aktion über eine Online-Spende unter www.adveniat.de oder per Banküberweisung unterstützt werden: Spendenkonto bei der Bank im Bistum Essen, IBAN: DE03 3606 0295 0000 0173 45.

Die Adveniat-Weihnachtsaktion ist seit mehr als 60 Jahren eine Brücke der Solidarität zwischen Deutschland und Lateinamerika sowie der Karibik. Schwester Elis dos Santos aus der brasilianischen Millionen-Metropole Manaus hatte in den vergangenen Tagen bereits vom Engagement der indigenen Völker und der internationalen Zivilgesellschaft auf zahlreichen Veranstaltungen berichtet. „Ich komme aus einem Land, das Widerstand leistet, singt und leidet – und wo doch jeder neue Tag auch ein Akt der Hoffnung ist“, sagte sie im Eröffnungsgottesdienst. Für die Partnerin des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat steht fest: „Unsere Beziehung zur Schöpfung darf nicht länger der Logik der Ausbeutung und einer Wegwerfmentalität folgen.“ Die Adveniat-Weihnachtsaktion sei für sie und die Menschen in Lateinamerika ein Zeichen tiefer Verbundenheit. „Sie steht für Initiativen, die mit Hand und Herz diejenigen stärken, die oft unsichtbar bleiben. Sie ist Ausdruck einer dauerhaften Solidarität.“

Der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat Pater Martin Maier rief am Zusammenfluss von Main und Rhein in Erinnerung, dass Flüsse überlebenswichtige Lebensadern unserer Welt sind. „Sie verbinden Menschen. Spenden lebenswichtiges Trinkwasser. Lassen Pflanzen wachsen. Sind Nahrungsquelle. Doch die Lebensadern unserer Welt trocknen aus, werden ausgebeutet und vergiftet“, so der Adveniat-Hauptgeschäftsführer. Die radikale Abholzung des Regenwalds am Amazonas, die rücksichtslose Rohstoffausbeutung und die Erdölförderung zerstörten die Lebensgrundlagen für die vielfältige Pflanzen- und Tierwelt und für die dort lebenden indigenen Völker.

„Als Kirche stehen wir klar auf der Seite der Menschen, die Opfer dieser maßlosen Ausbeutung von Bodenschätzen und der menschengemachten Klimaerhitzung werden“, sagte Bischof Vicente Ferreira. In seinem Bistum Livramento de Nossa Senhora, aber auch in ganz Brasilien engagiert er sich seit vielen Jahren für die vom Bergbau ausgebeuteten und bedrohten Menschen. Die Verteidiger der Menschen- und Naturrechte erhielten in Lateinamerika Morddrohungen. Deshalb sei es so wichtig, dass das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat mit seinen Partnern vor Ort die Armen und insbesondere die indigenen Völker ermächtigt, ihre Rechte zu verteidigen und ihrer Lebenswelten zu schützen. „Unterstützen Sie die Adveniat-Weihnachtsaktion in diesem Jahr. Das hilft unserer Arbeit vor Ort“, so Bischof Vicente Ferreira.

Pressestelle Bistum Essen

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