67 neue Religionslehrkräfte starten im Bistum Essen – feierliche Überreichung der Lehrerlaubnisse im Dom
Bischof Overbeck überreicht jeder Lehrkraft persönlich die kirchliche Lehrerlaubnis "Missio Canonica". Foto: Nicole Cronauge | Bistum Essen
Lehrkräfte starten an Grundschulen, weiterführenden Schulen und Berufskollegs
Religionslehrkräfte sind Vermittlerinnen und Vermittler von Glauben und Wissen
Zehn Lehrkräfte qualifizierten sich über einen Zertifikatskurs im Seiteneinstieg
In einem festlichen Gottesdienst im Essener Dom haben 67 angehende Lehrkräfte am Freitag, 26. September, von Bischof Franz-Josef Overbeck die kirchliche Lehrerlaubnis für den Religionsunterricht überreicht bekommen. Die meisten von ihnen haben zuvor katholische Religion als Unterrichtsfach studiert und ihr Zweites Staatsexamen abgeschlossen. Zehn Lehrkräfte haben die Lehrerlaubnis indes über den „Seiteneinstieg“ eines Zertifikatskurses erhalten: Sie haben zunächst andere Fächer studiert und sich über eine zusätzliche Weiterbildung für den Religionsunterricht qualifiziert. Drei der neuen Religionslehrkräfte im Bistum Essen gehören zudem zum pastoralen Personal und werden im Rahmen ihrer Ausbildung zur Lehrkraft weitergebildet.
In seiner Predigt betonte Bischof Overbeck den engen Zusammenhang zwischen dem persönlichen Glauben und einem öffentlichen Bekenntnis: „In unserer postsäkularen Zeit sind Religion, Glaube und das Bekenntnis zum lebendigen Gott oft eine zutiefst persönliche Angelegenheit – fern von Tradition, Gewohnheit und Erziehung. Verständlich werden sie nur, wenn dahinter ein besonderer Sendungsauftrag und eine mit Gott gemachte, Leben spendende Erfahrung stehen, die bezeugt werden will.“ Hier seien Religionslehrkäfte auf der Ebene der Vernunft gefordert, so der Bischof, „als Vermittlerinnen und Vermittler von Wissen, abgestimmt auf Alter und Fortschritt der Lernenden. Zugleich sind sie, untrennbar davon, Zeuginnen und Zeugen ihres Glaubens – mit ihrem Gefragtsein und ihren Zweifeln. So gehören Glaube und Vernunft zusammen; sie bilden einen Zusammenhang gelebter Erfahrung, der an der Person der Lehrenden ablesbar wird.“ Overbeck betonte: „Als katholische Religionslehrerinnen und -lehrer vermitteln Sie in einem weiten, oft ökumenisch geprägten und weithin säkularen Umfeld die Inhalte des Glaubens – und sind zugleich seine Zeuginnen und Zeugen. Beides ist untrennbar verbunden.“
Von den insgesamt 67 Lehrkräften unterrichten
- 34 an Grundschulen,
- 21 an Gymnasium und Gesamtschulen,
- 5 an Berufskollegs,
- 3 an Haupt-, Real- und Gesamtschulen
- eine an einer Förderschule
Die Lehrbeauftragung für die drei Seelsorgerinnen und Seelsorger gilt für alle Schulformen.
Informationen für angehende Religionslehrkräfte
Unter der Überschrift „Kirchliche Bevollmächtigungen“ hat der Bereich Schule/Hochschule im Bistum Essen alle Informationen für angehende Religionslehrerinnen und -lehrer online bereitgestellt. Dort gibt es auch Kontaktinformationen zu allen relevanten Ansprechpersonen.
Vor dem Gottesdienst mit Bischof Overbeck, an dem auch viele Eltern, Kolleginnen und Kollegen sowie Freundinnen und Freunde der jungen Lehrkräfte teilnahmen, haben sich die angehenden Religionslehrerinnen und -lehrer in verschiedenen Gesprächsrunden und Workshops über die Herausforderungen ihres Berufs ausgetauscht. „Ich kam mir selten sinnvoller vor als in der Schule“, sagte etwa Pastoralreferent Thomas Halagan, der als Seelsorger in der Gladbecker Pfarrei St. Lamberti oft in Schulen tätig ist, in der Gesprächsrunde „Heute Religionslehrer:in sein“. Kinder seien hervorragend darin „Fragen zu stellen und herauszufinden, wo man nur labert und was man wirklich weiß und wo man tatsächlich hinter steht“. Religionslehrer Alexander Fehlemann vom Bischöflichen St.-Hildegardis-Gymnasium in Duisburg ergänzt: „Religion ist das wichtigste Fach, das man unterrichten kann, weil es existenzielle Fragen in den Blick nimmt. Mit Gott als Gegenüber, der auf jeden Menschen schaut und bei dem sich jeder Einzelne geliebt fühlen darf.“







